für "All", "Weltall" soll nach Diogenes Laërtius 8, 48 zuerst von den Pythagoräern gebraucht worden sein. ( Zeller a. a. O. I, p. 4093, und "Doxographi Graeci" ed. H. Diels. Berlin 1879, p. 3278). Eigentlich hiess "Κόσμος" "Ordnung", als welche den Pythagoräern aber das All erschien, da die Zahlen ihnen die Dinge waren und zugleich ein System bildeten.—

Ipse dixit, Er selbst hat's gesagt,

das Cicero "de natura deorum", I, 5, 10 als das Wort überliefert, womit die Schüler des Pythagoras des Meisters Lehren priesen, ist uns in der lateinischen Form ebenso zur Hand, wie das griechische:

αὐτὸς ἔφα,

das der Scholiast zu Vers 196 der "Wolken" des Aristophanes erhalten hat.—

Theognis (bl. um 540 v. Chr.) bringt uns zuerst den Gedanken (V. 327-8):

ἁμαρτωλαὶ ... ἐν ἀνθρώποισιν ἕπονται θνητοῖς ... Fehltritte haften den sterblichen Menschen an.

Sophokles "Antig." 1023-4, Euripides "Hippol." 615 und ein unbekannter Tragiker (bei Nauck "frgm. poët. trag." 261) sagen dasselbe mit ähnlichen Worten, während es in dem Epigramm auf die bei Chäronea Gefallenen (V. 9 beim Demosthenes "pro corona" § 289) heisst: "μηδὲν ἁμαρτεῖν ἐστι θεῶν ..."—"In nichts irren ist eine Eigenschaft der Götter". Dann bietet Cicero ("Philipp." 12, 2): "Cuiusvis hominis est errare, nullius nisi insipientis in errore perseverare"—"Jeder Mensch kann irren, nur der Dumme im Irrtum verharren". Wir pflegen hiernach zu sagen:

errare humanum est, Irren ist menschlich.

vrgl. Seneca Rhetor controvers. 4, 3 und Hieronymus epist. 57, 12: "errasse humanum est".—