nennt man diejenige, welche sich zu der geliebten Person nicht durch Sinnenreiz hingezogen fühlt, sondern durch die Schönheit der Seele und des Charakters; platonisch heisst sie, weil Plato im "Gastmahl" sie von Pausanias also erklären lässt.—
Deus ex machina
beruht auf Plato, der ("Kratylos", p. 425, D) den Sokrates sagen lässt: "wir müssten uns denn auch unsererseits mit der Sache so abfinden, wie die Tragödiendichter, die ihre Zuflucht zu den Maschinen nehmen, wenn sie in Verlegenheit sind, und die Götter herbeischweben lassen, indem wir sagten, die ursprünglichen Wörter hätten die Götter eingeführt und deshalb wären sie richtig".—
Platos "Gesetze" rügen (p. 625), dass die meisten es nicht einsehen, "dass ihr Lebelang stets alle Städte mit allen Städten in beständigem Kriege wären", und es heisst ferner dort (pag. 626): "dass naturgemäss stets alle Städte mit allen Städten in unversöhnlichem Kriege wären", und nicht nur diese, sondern dass auch "Dorf gegen Dorf, Haus gegen Haus, Mensch gegen Mensch, ein Jeder gegen sich selbst Krieg führe", ja "dass Alle mit Allen auf Kriegsfuss seien" ("πολεμίους εἶναι πάντας πᾶσι"). Hiernach heisst es vielleicht bei Lucilius (Lachm. v. 1020):
"insidias facere, ut si hostes sint omnibus omnes", "sie legen Fall'n, als wären Alle Allen Feind'",
und gewiss bei Hobbes ("De cive" . . . . als Mscpt. gedr. 1642, ersch. Amst. 1648 . . . . c. 1, 12):—"es ist unleugbar, dass Krieg der natürliche Zustand der Menschen war, bevor die Gesellschaft gebildet wurde, und zwar nicht einfach der Krieg, sondern der
Krieg Aller gegen Alle", Bellum omnium in omnes,
während sich in seinem "Leviathan" (engl. Lond. 1651, latein. Amst. 1668) c. 18 der Ausdruck also wiederholt:
Bellum omnium contra omnes.— Kosmopolit Weltbürger
stammt nach Diogenes Laërtius VI, 2 n. 6, 63 von Diogenes dem Cyniker (412-323 v. Chr.), der auf die Frage, woher er sei, sich "κοσμοπολίτης" nannte.