(eigentlich: "ohne Zorn und ohne Vorliebe", d. h. "ohne Parteilichkeit", "vorurteilsfrei") zu schreiben, wobei ihm der Sallust ische Satz (51, 13) vorschweben mochte: "in maxuma fortuna minuma licentia est; neque studere, neque odisse, sed minume irasci decet" ("In der höchsten Glückslage liegt die geringste Freiheit; man soll da weder Vorliebe, noch Hass zeigen, am allerwenigsten aber Zorn").—
"Annalen" 1, 7 steht:
ruere in servitium, sie stürzen sich in die Knechtschaft.— Durch seine Abwesenheit glänzen
ist ein Taciteïscher Edelstein in Chénierscher Fassung. Tacitus erzählt ("Annalen", B. 3, letztes Kap.), dass, als unter der Regierung des Tiberius Iunia, die Frau des Cassius und Schwester des Brutus, starb, sie mit allen Ehren bestattet ward; nach römischer Sitte wurden dem Leichenzuge die Bilder der Vorfahren vorangetragen;
"aber Cassius und Brutus leuchteten gerade dadurch hervor, dass man ihre Bildnisse nicht sah"; " sed praefulgebant Cassius atque Brutus, eo ipso, quod effigies eorum non visebantur ".
Daraus machte J. Chénier in der Tragödie "Tibère", 1, 1:
Cnéius:Devant l'urne funèbre on portait ses aïeux:
Entre tous les héros qui, présents à nos yeux,
Provoquaient la douleur et la reconnaissance,
Brutus et Cassius brillaient par leur absence.