wegen der Sammlung "Auserlesener Histörchen", die den Lesestoff der 1783 erschienenen, vielgebrauchten französischen Grammatik Johannes Val. Meidinger s bildeten.—
Ein Rothschild
wird ein schwer reicher Mann genannt nach dem Begründer des Handlungshauses zu Frankfurt a. M., Mayer Anselm Rothschild (1743-1812), und nach den Erben seines Namens und Rufes.—
Tempi passati!
geht auf Kaiser Joseph II. (geb. 1741; gest. 1790) zurück. Archenholtz "England und Italien" (1785) erzählt im 2. Bande, S. 46, bei Gelegenheit der Beschreibung des Dogenpalastes in Venedig: "Unter andern ist hier die ausserordentliche Begebenheit vorgestellt, wie Kaiser Friedrich I. 1172 vom Papst Alexander zu Venedig vom Bann mit grossen Feierlichkeiten losgesprochen wurde. Der Kaiser liegt hier der Geschichte gemäss zu den Füssen des Papstes und erhält die Absolution. Es wird erzählt, dass man, als Kaiser Joseph II. diesen Palast besah, geglaubt habe, ihm nicht dies Gemälde zeigen zu dürfen, und daher bemüht gewesen sei, seine Aufmerksamkeit auf andere Gegenstände zu richten; allein vergebens. Der Kaiser ward es gewahr, man sagte ihm mit dem grössten Glimpf, wovon die Rede sei, worauf er lächelnd versetzte: "Tempi passati!" (s. Kap. III das schwermütige: "Die Zeiten sind vorbei!" )" Das in Rede stehende Gemälde ist von Federigo Zuccaro († 1609) und hängt in dem Saale des grossen Rats (sala del maggior consiglio) rechts nach der Piazetta zu.—
Nach Georg Webers "Weltgeschichte" (12. Aufl., I, 819) sagte der Minister Fürst Wenzel Anton von Kaunitz (1711-94) zu Joseph II.: "Ein ganzes
Volk in Waffen
ist an Majestät dem Kaiser ebenbürdig".—
Ruhe ist die erste Bürgerpflicht
ist einem öffentlichen Anschlagzettel auf blassrotem Papier mit deutschen Lettern entlehnt, welchen der Minister Graf von der Schulenburg-Kehnert am Montag nach der Schlacht bei Jena an die Strassenecken Berlins heften liess, und welcher lautete: "Der König hat eine Bataille verlohren. Jetzt ist Ruhe die erste Bürgerpflicht. Ich fordere die Einwohner Berlins dazu auf. Der König und seine Brüder leben! Berlin, den 17. Oktober 1806. Graf v. d. Schulenburg". Ein Exemplar des Anschlages befindet sich im Märkischen Provinzial-Museum zu Berlin.—