St. Just.
Hérault-Séchelles.

Robespierre.
Ein schöner Kopf!

St. Just.
Er war der schöngemalte Anfangsbuchstaben der Konstitutionsakte; wir
haben dergleichen Zierat nicht mehr nötig, er wird ausgewischt. -
Philippeau. - Camille.

Robespierre.
Auch der?

St. Just (überreicht ihm ein Papier)
Das dacht' ich. Da lies!

Robespierre. Aha, »Der alte Franziskaner«! Sonst nichts? Er ist ein Kind, er hat über euch gelacht.

St. Just.
Lies hier, hier! (Er zeigt ihm eine Stelle.)

Robespierre (liest). »Dieser Blutmessias Robespierre auf seinem Kalvarienberge zwischen den beiden Schächern Couthon und Collot, auf dem er opfert und nicht geopfert wird. Die Guillotinen-Betschwestern stehen wie Maria und Magdalena unten. St. Just liegt ihm wie Johannes am Herzen und macht den Konvent mit den apokalyptischen Offenbarungen des Meisters bekannt; er trägt seinen Kopf wie eine Monstranz.«

St. Just.
Ich will ihn den seinigen wie St. Denis tragen machen.

Robespierre (liest weiter). »Sollte man glauben, daß der saubere Frack des Messias das Leichenhemd Frankreichs ist, und daß seine dünnen, auf der Tribüne herumzuckenden Finger Guillotinenmesser sind? - Und du, Barère, der du gesagt hast, auf dem Revolutionsplatz werde Münze geschlagen! Doch - ich will den alten Sack nicht aufwühlen. Er ist eine Witwe, die schon ein halb Dutzend Männer hatte und sie alle begraben half. Wer kann was dafür? Das ist so seine Gabe, er sieht den Leuten ein halbes Jahr vor dem Tode das hippokratische Gesicht an. Wer mag sich auch zu Leichen setzen und den Gestank riechen?«