St. Just. Wir werden sie aber mit dem Märchen in Schlaf erzählen. Die Anzeige habe ich in Händen; dazu die Keckheit der Angeklagten, das Murren des Volks, die Bestürzung der Geschwornen - ich werde einen Bericht machen.
Barère.
Ja, geh, St. Just, und spinne deine Perioden, worin jedes Komma ein
Säbelhieb und jeder Punkt ein abgeschlagner Kopf ist!
St. Just.
Der Konvent muß dekretieren, das Tribunal solle ohne Unterbrechung den
Prozeß fortführen und dürfe jeden Angeklagten, welcher die dem
Gerichte schuldige Achtung verletzte oder störende Auftritte
veranlaßte, von den Debatten ausschließen.
Barère. Du hast einen revolutionären Instinkt; das lautet ganz gemäßigt und wird doch seine Wirkung tun. Sie können nicht schweigen, Danton muß schreien.
St. Just. Ich zähle auf eure Unterstützung. Es gibt Leute im Konvent, die ebenso krank sind wie Danton und welche die nämliche Kur fürchten. Sie haben wieder Mut bekommen, sie werden über Verletzung der Formen schreien…
Barère(ihn unterbrechend) Ich werde ihnen sagen: Zu Rom wurde der Konsul, welcher die Verschwörung des Katilina entdeckte und die Verbrecher auf der Stelle mit dem Tod bestrafte, der verletzten Förmlichkeit angeklagt. Wer waren seine Ankläger?
Collot (mit Pathos). Geh, St. Just! Die Lava der Revolution fließt. Die Freiheit wird die Schwächlinge, welche ihren mächtigen Schoß befruchten wollten, in ihren Umarmungen ersticken; die Majestät des Volks wird ihnen wie Jupiter der Semele unter Donner und Blitz erscheinen und sie in Asche verwandeln. Geh, St. Just, wir werden dir helfen, den Donnerkeil auf die Häupter der Feiglinge zu schleudern! (St. Just ab.)
Barère.
Hast du das Wort Kur gehört? Sie werden noch aus der Guillotine ein
Spezifikum gegen die Lustseuche machen. Sie kämpfen nicht mit den
Moderierten, sie kämpfen mit dem Laster.
Billaud.
Bis jetzt geht unser Weg zusammen.
Barère. Robespierre will aus der Revolution einen Hörsaal für Moral machen und die Guillotine als Katheder gebrauchen.