Fouquier. Ruhe im Namen der Republik, Achtung dem Gesetz! Der Konvent beschließt:
In Betracht, daß in den Gefängnissen sich Spuren von Meutereien zeigen, in Betracht, daß Dantons und Camilles Weiber Geld unter das Volk werfen und daß der General Dillon ausbrechen und sich an die Spitze der Empörer stellen soll, um die Angeklagten zu befreien, in Betracht endlich, daß diese selbst unruhige Auftritte herbeizuführen sich bemüht und das Tribunal zu beleidigen versucht haben, wird das Tribunal ermächtigt, die Untersuchung ohne Unterbrechung fortzusetzen und jeden Angeklagten, der die dem Gesetze schuldige Ehrfurcht außer Augen setzen sollte, von den Debatten auszuschließen.
Danton.
Ich frage die Anwesenden, ob wir dem Tribunal, dem Volke oder dem
Nationalkonvent Hohn gesprochen haben?
Viele Stimmen.
Nein! Nein!
Camille.
Die Elenden, sie wollen meine Lucile morden!
Danton. Eines Tages wird man die Wahrheit erkennen. Ich sehe großes Unglück über Frankreich hereinbrechen. Das ist die Diktatur; sie hat ihren Schleier zerrissen, sie trägt die Stirne hoch, sie schreitet über unsere Leichen. (Auf Amar und Vouland deutend:) Seht da die feigen Mörder, seht da die Raben des Wohlfahrtsausschusses!
Ich klage Robespierre, St. Just und ihre Henker des Hochverrats an. -
Sie wollen die Republik im Blut ersticken. Die Gleise der
Guillotinenkarren sind die Heerstraßen, auf welchen die Fremden in das
Herz des Vaterlandes dringen sollen.
Wie lange sollen die Fußstapfen der Freiheit Gräber sein? - Ihr wollt Brot, und sie werfen euch Köpfe hin! Ihr durstet, und sie machen euch das Blut von den Stufen der Guillotine lecken! (Heftige Bewegung unter den Zuhörern, Geschrei des Beifalls.)
Viele Stimmen.
Es lebe Danton, nieder mit den Dezemvirn! (Die Gefangnen werden mit
Gewalt hinausgeführt.)
Zehnte Szene