Abb. 428. Türken vor einem Kaffeehaus beim Rauchen des Nargileh,
einer Tabakpfeife, bei der der Rauch, bevor er in den Mund genommen wird, durch ein Gefäß mit Wasser zieht.
Die Nationaltracht der Griechen ([Abb. 431]) ist den Albaniern ([Abb. 430]) entlehnt. Sie besteht aus einem Hemd mit weiten, fliegenden Ärmeln, kurzen Beinkleidern, reichbestickter, blauer oder roter, ärmelloser Jacke und dem typischen weißen, in Falten gelegten Röckchen von ähnlicher Form, wie es unsere Ballettmädchen tragen, der sogenannten Fustanella, deren Bund ein Ledergurt umschließt; an ihm werden Patronentasche und Waffen getragen. Dazu kommen noch lange rote Gamaschen, rote Schnabelschuhe mit einem Knauf an der Spitze und ein hoher roter Fes mit lang herabhängender Quaste. Die Frauen ([Abbildung 434]) tragen ein langes Hemd mit tiefsitzendem Gürtel und darüber einen kurzen, weißen, wollenen Rock; die unteren Enden der Ärmel sind reich bestickt. Das mit Ketten aus aneinandergereihten Münzen geschmückte Haar wird vielfach noch mit einem Fes bedeckt, den ebenfalls eine lange, golddurchwirkte Troddel ziert.
Phot. Bonfils.
Abb. 429. Verschleierte Türkin.
Für die Volkstracht der Rumänen ist die unter den Armen weit ausgeschnittene Pelzweste bezeichnend, die aus dem mit den Haaren nach innen gekehrten Schaffell hergestellt ist und von Männern und Frauen im Winter sowohl wie auch im Sommer getragen wird. Aus demselben Stoff sind auch die schwarze Pelzjacke und der lange Pelzmantel angefertigt. Auf dem bloßen Leibe tragen beide Geschlechter ein Hemd, das bei den Männern meistens kurz ist, selten bis an die Knie hinabreicht, hierüber die in Querfalten gelegte enge Hose, die um die Hüften von einem wollenen oder ledernen, zur Aufbewahrung von Messer, Geldbeutel, Pfeife und Tabak dienenden Gürtel umschlossen wird. Auf dem Kopfe sitzt die hohe, schwere Lammfellmütze oder ein breitkrempiger Filzhut ([Abb. 432].) Das weite Hemd der Frauen, das im Gegensatz zu dem der Männer bis an die Knöchel reicht, pflegt an den Ärmeln und am Halse stets reich bestickt zu sein, ebenso der Rock und die übrigen Kleidungstücke ([Abb. 438]). Eine Eigentümlichkeit der Rumäninnen ist ihre große Vorliebe für kräftige, leuchtende Farben. Sie kommt besonders in der Foça zum Ausdruck, einem schürzenartigen Hüfttuch, das oft genug auch kostbare Stickereien trägt. Dieses breite Tuch wird ganz eng um den Unterkörper geschlungen, so daß es ihn rockartig umhüllt. Neben der Foça tragen die Rumäninnen noch wirkliche Schürzen, die Fransenschürze und die Catrinta; dies sind schmale Stücke Tuch, die, jedes mit einer besonderen Art von Muster bedeckt, vom Gürtel vorn und hinten herabhängen, so daß die Beine frei bleiben ([Abb. 403]). — Die Tracht der Albanierin weicht von der rumänischen völlig ab ([Abb. 435]).
Mit Erlaubnis von R. Bong, Berlin.
Bojarenhochzeit.