Aus „Tremearne, The Tailed Head-Hunters of Nigeria“.
Abb. 69. Ein Zeremonialtanz der Yorubaweiber
zu Ehren von vier neu erwählten Unterhäuptlingen, die auf dem Bilde ebenfalls zu sehen sind.
Aus „Kolonie und Heimat“.
Abb. 70. Reiben der Rotholzschminke in Nordkamerun.
Bei den edosprechenden Völkern hängt die Art des Begräbnisses davon ab, ob der Verstorbene kinderlos war oder nicht. In der Regel erfährt ein Mann oder eine Frau, die ohne Nachkommenschaft sterben, keine bessere Behandlung als ein Kind; dieses sowohl wie jene werden einfach in den Busch geworfen. Handelt es sich aber um eine Person mit Erben, dann wird sorgfältiger mit ihr verfahren. Nachdem die Leiche gewaschen, in ein weißes Tuch gehüllt und auf das Bett gelegt worden ist, wird eine Ziege oder ein Huhn zu ihren Füßen geopfert, damit der Geist kräftig genug werde, um den richtigen Ort aufzusuchen. Überlieferte Begräbnislieder werden bei der Beisetzung gesungen, manchmal auch, nachdem das Grab zugeschaufelt worden ist, noch ein weiteres Opfer auf ihm dargebracht. Sodann reinigen sich die Totengräber mit Wasser oder mit der läuternden Wirkung eines Huhnes. Jeder Schwiegersohn des Verstorbenen muß eine Opfergabe, bestehend in Stoffen, Yamwurzeln, Kokosnüssen und anderen Gegenständen, nicht zu vergessen die Ziege, darbringen; meistens wird mehrere Tage und Nächte hindurch geopfert. Am letzten Abend der Trauerfeier kleidet sich ein Familienglied wie der Verstorbene an und nimmt dessen Platz ein. — Wurde jemand von einem Krokodil aufgefressen, dann bringt man ein Palmblatt und einen Topf zu dem Wege, auf dem der Verstorbene den Ort verließ. Ein Sohn oder eine Tochter ruft ihm zu, er solle zurückkehren, und berührt die Erde mit dem Blatt, nimmt dann dieses und den Topf wieder mit nach Hause und legt die Sachen auf das Bett des Toten; hier werden noch einmal dieselben oder ähnliche Förmlichkeiten vollzogen. — Während der beiden letzten Monate in der nassen Jahreszeit dürfen Tote nicht begraben werden; bei einem währenddessen etwa eingetretenen Todesfall werden die Leichen in den Busch gebracht und hier so lange belassen, bis die Regenzeit vorüber ist.
Phot. C. H. Firmin.