Ohne sich umgekleidet zu haben, Wäsche und Kleidung beschmutzt und zerknittert, ging er dem kopfschüttelnden Diener voran.

Unterwegs pfiff er ein Kneiplied vor sich hin. Es schien ihm gar nicht klar zu sein, wohin er gehen musste. Der alte Klemming wies ihn zurecht, sonst wäre er am Gericht vorüber geschritten.

Man warf ihm die Amtsrobe über. Dann trat er in den Saal.

Mit würdevollen Gesichtern sassen die Schöffen auf ihren Stühlen. Der Angeklagte, ein blasser, junger Bursche, erhob sich, als der Talar sichtbar wurde. Aller Augen wandten sich auf den Richter.

Mit schweren, unsicheren Schritten näherte er sich seinem Tisch.

Da bemerkte er den Rentier Priemchen, mit dem er oft zusammen getrunken hatte. Ein breites Lachen zog sich über sein gedunsenes Gesicht, das vor Betrunkenheit glühte.

»Na, alter Schwede,« rief er ihm mit heiserer Stimme zu, »auch hier?«

Erschrocken fuhren alle auf.

»Setzen Sie sich doch, um Gottes willen,« flüsterte Priemchen.

»Gleich, Priemchen, gleich! Erst den Cantus.«