Mit einer mühsam verhaltenen Leidenschaft, die aber überall den echt Pariser Charme verrät, erzählt Yvette von den armen Frauen, erzählt mit einer sich windenden Schmerzlichkeit, die dann und wann wie aus der Glut einer Feuerflamme geradezu elementar hervorbricht. Die Tragik der Frauen, die in der Liebe alt werden, das ist der Untergrundton, den sie in ihren »Demi-Vieilles« anschlägt. Es wird sozusagen das fürchterliche Schicksal einer Ninon de Lenclos aufgerollt, die mit achtzig Jahren noch so jung und schön gewesen sein soll, dass sich Jünglinge in sie verliebten, und im weiteren Sinne wird die unerbittliche Grausamkeit gezeigt, die überhaupt in dem Altwerden der Frau liegt. Alle Frauen und Männer, denen ein im besten Sinne modernes, menschlich bedeutungsvolles Buch etwas zu sagen hat, werden Yvette Guilberts »Demi-Vieilles« lesen müssen, und es mit wirklich grossem Interesse und mit Lust lesen.

Zu beziehen durch alle Buchhandlungen des In- und Auslandes.

Im Verlage von Hermann Seemann Nachfolger, Leipzig, ist soeben erschienen:

Die Vaclavbude

Ein Prager Studentenroman von Karl Hans Strobl.

Preis brosch. M. 3,–, geb. M. 4,–

»Nach der süßlichen Romantik »Alt-Heidelbergs« wirkt ein so gesundes Buch wie das vorliegende doppelt wohlthuend. Strobl schildert in seinem Studentenroman die letzten Tage der sturmbewegten Zeit unter dem Ministerpräsidenten Badeni. Plötzlich fühlt man sich in jene Zeit zurückversetzt und lebt den Prager Rummel bis zur Verhängung des Ausnahmezustandes mit … Die Schrecken dieser wenigen Wochen sind von dem Autor mit einer solchen Anschaulichkeit geschildert, daß es einem an mancher Stelle den Atem verschlägt.«

»Deutsche Zeitung,« Wien.

»Strobls Erzählung, deren schlichte Helden ein paar Prager Burschenschafter sind, schildert mit großer dichterischer Kraft und Anschaulichkeit, die stellenweise an das Packendste, was Zola geschrieben hat, erinnert, Stimmungen und Vorgänge in den blutigen Prager Dezembertagen nach dem Sturz des Ministeriums Badeni …«

»Vossische Zeitung,« Berlin.