Nikolai-Turm, Johannis-Turm, Benedikts-Turm, Bartholomäus-Turm (mit Ölbergrelief vom E. 15. Jh.), Pauls-Turm, Georgen-Turm. Durchweg einfache spgot. Bauten.

[Rathaus. Der stattliche Bau von 1544-84 wurde 1869 abgebrochen; Einzelheiten im städtischen Museum.]

Alte Universität (Collegium majus) 1525 ff. Die Schauseite nach der Michaelisstraße 1548-50; diese unverändert; im Innern und an Nebengebäuden vieles im 17. und 18. Jh. umgestaltet. — Die sehr konservativ gesinnte Körperschaft hat die Hauptfront zu einer Zeit allgemeinen Vordringens der Renss. in rein got. Formen errichten lassen; nur in der streng symmetrischen Komposition darf man den stillen Einfluß des neuen Stils erkennen. Die langgestreckte, 2stöckige Front hat 7 Achsen. Das große Tor in der Mitte ist ein Prunkstück geometrischer Künstelei. An den Doppelfenstern des Erdgeschosses regelmäßiger Wechsel von geraden Schluß- und Vorhangbgg.; die Fenster des Obergeschosses gleichmäßig rck.; an der Schmalseite verändertes System; der alte [pg 112] Giebel im 17. Jh. durch einen Halbwalm ersetzt. Das Auditorium maximum »möglichst im Anschluß an die frühere Form« wiederhergestellt.

Collegium Saxonicum in der Allerheiligenstr. 1542 in unbeholfener FrRen.

Wohnhäuser. Haus zum Rebstock (Futterstr. 2) 1447. In einer Nische des dritten Stockes feine gleichzeitige Madonna. Der spgot. Bau noch in wesentlichen Zügen erhalten. — Haus zum roten Stern (Allerheiligengasse 11) 1479. Fenster des Erdgeschosses 16. Jh. — Haus zur hohen Lilie (Friedrich-Wilhelmsplatz) 1538. Feine frühe Renss. — Haus zum Greifenstein (Michaelisstr. 48). 1549. — Haus zum goldenen Rade (Marktstr. 50) 1554. — Haus zum goldenen Hecht (Anger 37) 1557. Typisches Portal mit Sitznischen am Gewände; Steinmetzzeichen der beiden Hans Friedemann. — Haus zum roten Ochsen (Fischmarkt 7) 1562. Im 1. und 2. Geschoß antike Anordnungen; im 3. Geschoß Fenster mit gotisierenden Gewänden; am Zwerchgiebel wieder Ordnungen. — Haus zum breiten Heerd (Fischmarkt 13) 1584, vielleicht von Hans Friedemann d. Ä. Die Ordnungen gleichmäßig durchgeführt; reiches, kräftiges, an Heidelberg erinnerndes Detail. Im Erdgeschoß Netzgwb.; im Obergeschoß mächtiger Hausflur; Wendeltreppe. Die Wirkung durch moderne Erweiterung gestört. — Haus zum großen Christoph (Regierungsstr. 62). Altes Gasthaus. 1605. — Haus zum Stockfisch (Johannisstr. 169) 1607. Langbau, die Giebel über den Brandmauern. Im Erdgeschoß schachbrettartiger Wechsel glatter und ornamentierter Quadern, nach niederländischer Art. — Haus zum Mohrenkopf (Johannisstr. 168) 1610,

K. Regierung, ehemals kurmainzische Statthalterei. Die langgestreckte Fassade aus zwei disparaten Teilen zusammengesetzt, rechts Patrizierhaus der Renss. »zum stolzen Knecht« mit schönem Erker bez. 1540, Mitte und linker Flügel unter Statthalter v. Boyneburg 1710-20 von einem nach den Wienern Fischer und Hildebrand orientierten Meister (M. v. Welsch? M. Dreysigmark?). Schöner Festsaal in maßvollem Spätbarock, die Stuckaturen von August Gröninger aus der bekannten Münsterer Künstlerfamilie, die Plafondmalerei schwach.

K. Haupt-Steueramt 1695 für Lothar v. Schönborn, Erzb. von Mainz und B. von Bamberg.

Auf dem Fischmarkt Roland als römischer Krieger, 1691 von Israel v. d. Milla, einem niederländischen (?) Italisten, der [pg 113] Kopf nach dem Moses Michelangelos. An der Ecke Regierungs- und Eichenstr. Neptun von einem ehemaligen Brunnen um 1700.

ERLABRUNN. UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. Neubau 1655. Anlage in got. Tradition. Stuckierte Flachdecke, Engelsköpfe in Kassetten. Schwere Bar.Portale. — Kanzel und Taufstein aus der Erbauungszeit. — Bildstock 1601, gotisierend.