Nonnen-Klst.-K. 1626. Unter den Hervorbringungen der Nachgotik eine der merkwürdigsten. Falls nicht die neueste Rest. das got. Element sehr verstärkt hat, so hätte sich dasselbe noch fast ungebrochen erhalten. Großer 1sch. Raum mit eingezogenen Streben. Kreuzgwbb. in 7 sehr schmalen Jochen, Schildbgg. spitzbg., Querschnittlinie flach rundbg. Im Außenbau Renss. Giebel und Portal mit Knorpelornament.

Hl. Geist-K. u. Spital. Fassade 1729, Inneres 1sch., 5 Joche und 2 Chorjoche, Spiegelgwb. mit Stichkappen, jon. Pilaster.

Abtsburg (Schloß). 1315 an diese Stelle verlegt und stark befestigt. Völliger Neubau A. 18. Jh. Die vorderen niedrigen Flügel der tiefen triklinienförmigen Anlage von Andrea Gallasini. Hauptstück des Inneren der Kaisersaal von F. J. Stengel, die mächtigen Hermen, welche die Decke tragen, von D.F. Humbach. Die bedeutende (heute entstellte) Gartenanlage nach Plänen des kurmainzischen Hofbaumeisters M. v. Welsch ausgeführt von Stengel 1722. Das Orangeriegebäude eines der besten seiner Art; die vorzüglichen Stukkaturen von Andreas Schwartzmann (?), Deckengemälde von E. Wohlhaupter. — In der Umgebung des Schlosses noch mehrere einfach-vornehme Gebäude des 18. Jh., den Charakter des geistlichen Fürstensitzes vervollständigend: Priesterseminar, H. Geistspital, Alte Universität, 3flügelige Anlage des 18. Jh. mit stuckiertem Prunksaal von Gallasini, Landesbibliothek 1771-78, mit schön und zweckmäßig durchgeführtem Hauptsaal.

Stadtbefestigung aus Ma., mehrere Rundtürme erhalten. Haartor 16. Jh. Das monumentale Paulustor 1711, 1771 versetzt. Auf den Höhen der Umgebung mehrere Warttürme.

G

GAIBACH. UFranken BA Gerolzhofen.

Dorf-K. 1740 nach Plänen von Balth. Neumann von einem Maurermeister aus Werneck. 1sch. lateinisches Kreuz. Die Vierung im Grundriß elliptisch, ebenso die von ihr ausstrahlenden 3 Konchen, woraus sich für die Gewölbe pikante Schnittlinien ergeben. Turm östl. am Chor in der Hauptachse. Für Neumann bezeichnend u. a. die schneidige Umrißlinie des Haubenhelmes. Fassade einfach. — Gute Rok. Einrichtung. Altäre aus Stuckmarmor. Bmkw. Orgelgehäuse.

Kreuz-Kapelle im Schloßpark. Erb. vor 1698, vielleicht von einem der Dientzenhofer. Spbar. Zentralbau; außen kreisrund, innen quadr. Hauptraum mit 4 transversalen Nischen; Polygonkuppel über toskan. Pilastern. — Altäre spbar., gut in den Raum komponiert.

Schloß. Ursp. Anlage A. 17. Jh. durch die Herren Echter v. Mespelbrunn als quadr. Wasserschloß mit runden Ecktürmen über mächtigen Fundamentbauten mit Bastionen (davon 2 erhalten); unter Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn 1694-1708 durch den Bamberger Baumeister Johann Leonhard Dientzenhofer umgebaut, vielleicht nur Ausführung von Plänen des Mainzers M. v. Welsch. Besonders beachtenswert die Treppenanlage, die als Vorstufe zu Pommersfelden gelten kann. Im Innern aus dieser Zeit Stuckaturen in der ehem. Kapelle im Nordtrakt, im Charakter nicht fränkisch, eher mainzisch. Die sonstige Einrichtung Empire und Biedermeier. Der sog. Konstitutionssaal im 2. Geschoß ein typischer Repräsentationsraum um 1825, im Vorsaal Bilder von gleichzeitigen Münchenern. Reichhaltige Sammlung von chinesischem und europäischem Porzellan.