KASENDORF. OFranken BA Kulmbach.

Pfarr-K. 1492, Veränderungen 17. Jh. — Lhs. flachgedecktes Rck., netzgewölbter Chor 2 Joche und 3/8 Schluß. Glasgemälde 1486. Ikon. Grabstein 1560 bez. FH, ein anderer 1688. Gemälde des 17. Jh. mit interessanter Darstellung der Kommunion der Evangelischen auf dem Augsburger Reichstag 1530. Altar 1662.

CASSEL. Pr. Hessen-Nassau Hauptstadt.

Brüder-K. (ehem. Carmeliter). Beg. nach 1294, Chor voll. 1331, Sch. voll. 1376. — Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche, gewölbt, im Hauptschiff 8 Joche, im Nebenschiff (N) 4 Joche, gestreckter Chor mit Schluß aus 8Eck. Über dem Choranfang schlanker 6eck. Dachreiter. — Relief vom Tympanon des NPortals, Beweinung, jetzt in der Sakristei. — Epitaphe mit Relieffigg. aus 16. Jh.

Stifts-K. S. Martin. Chor voll. 1367, Langhaus 1453. Nach Einsturz neue Weihe 1462. — Große Hallenkirche mit gestrecktem 5/8 Chor und 2 WTürmen. Im Sch. 6, im Chor 2 Joche. Die reich profilierten Schafte setzen sich mit einem Teil ihrer Glieder in den Scheidbgg. fort. Die ungleiche Schiffsbreite hat nicht, wie in der frgot. hessischen Schule, zur Stelzung der Sschiffsgwbb., sondern zur Tieferlegung ihrer Scheitel geführt. An den Schlußsteinen des Chors Apostelbilder. Gegen die festlich reiche Wirkung des Innern fällt das Äußere ab. Von den Türmen nur der südl. vollendet, zum Schluß in Renss.Formen übergehend, seit 1892 mit got. Helm versehen, der NTurm ebenso ausgebaut. — Im Chor Marmorgrab Philipps des Großmütigen † 1567 und seiner Gemahlin von Elias Godefroy (Gottfro) aus Cambray (Kämerich) † 1569, vollendet 1570 von seinem Schüler Adam Beaumont; davor im Fußboden die betreffenden Grabsteine mit Wappen und Allegorien. Epitaphe der Landgräfin Christine mit Bronzerelief [pg 205] von Phil. Soldan 1550, des Prinzen Philipp 1619. In der Gruft Särge der landgräflichen Familie. — Orgel 1600 von Hans Scherer.

Luther-K. am Graben 1734 von G. Ghezzi. Einfacher, turmloser Saalbau in Straßenflucht. Ölgemälde von J. G. Tischbein.

Oberneustädter (französische) K. 1698-1706 vom Hugenotten Paul Du Ry. Gestrecktes 8Eck mit Walmkuppel, gekrönt von einer schweren Laterne, die Formen innen und außen die denkbar einfachsten, wenn man auch an der fein profilierten toskan. Ordnung der WFront die gute Pariser Schule nicht verkennen wird. Erhöhung durch die oberen Emporen 1874. Graumarmordenkmal des Grafen v. Broglie, gefallen 1758.

Kathol. K. 1770-1776 von Simon Louis Du Ry. Da den Katholiken damals nicht das Recht freier Religionsübung zustand, erhielt die in fortlaufender Straßenflucht stehende Fassade das Aussehen eines, zwar stattlichen, Privathauses. Reicher, wenn auch in klassizistischer Simplizität, das Innere; Emporen auf jon. Sll.; im 1/2kr. Chor ein oberer Umgang. Die Flächen in rotem Stuckmarmor; Basreliefs weiß, von Gérin. Spgot. Altarflügel angeblich aus Hersfeld. Ölbilder von L. Cranach und J.H. Tischbein. Bronzene Standleuchter 1626.

Hof- und Garnison-K. 1757-1770. Saalbau.

Unterneustädter K. 1801-08. Saalbau mit kleiner Kuppel und Laterne in der Mitte der flachen Decke.