MIEKEL. K. Sachsen AH Bautzen.
Dorf-K. 1550, mehrmals erweitert. — Feiner und vornehmer Kanzelaltar 1686. Grabdenkmäler der v. Gersdorf, v. Löben und v. Ponickau.
Schloß erbaut um 1720 von J.A. v. Ponickau; erinnert im kleinen an Schloß Moritzburg. Kurfürstliche Bildnisse des 16. und 17. Jh.
MIHLA. Sachsen-Weimar VB Eisenach.
Kirche. Lhs. 1711-15, Turm rom. Großes Steinrelief des 14. Jh. Christus am Kreuz, an einer Sakramentsnische, gestiftet von Friedrich v. Wangenheim, durch die Empore [pg 275] zum Teil verdeckt. Geschnitzter Flügelaltar E. 15. Jh., eines der größten Altarwerke Thüringens. Recht gute Schnitzereien auf Goldgrund. Im Mittelfeld die Kreuzigung und 4 Reliefs. Die 2 Flügel, jeder mit 4 Reliefs, sind jetzt getrennt aufgestellt. Grabstein mit Bildnisfigur des Christoph v. Herstall in reicher Rüstung, um 1660. Großes Kruzifix, aus Holz geschnitzt, in der Art des Meisters der Erfurter Grablegung. Große Truhe mit sehr reichen spgot. Beschlägen aus Schmiedeeisen, Silber und Email, mit dem Wappen der Familie v. Herstall.
Das Graue Schloß bez. 1536 und 1562. Hohe Giebel, 8eckiger Treppenturm an der Hauptfront mit Blockstufen aus Holz. Das recht gut gemeißelte Wappen der Familie v. Herstall, aus M. 15. Jh., ist später in der Gartenmauer angebracht. Monumentale Stallgebäude aus Quadern 1735.
Das Rote Schloß. Sehr reiches Portal mit der Zahl 1581. Das Erdgeschoß aus Stein mit schönen renss. Fenstern. Darüber 3 Geschosse aus z. T. reich geschnitztem Holzfachwerk. Im Innern 3 sehr große Dielen übereinander. In der unteren Diele reiche Stuckverzierungen von 1631. In der oberen Diele die alte geschnitzte Holzdecke und gute Schränke des 17. Jh. Einer der besten Holzbauten Thüringens.
Geschnitztes Holzfachwerkhaus mit guten Schnitzereien no 30.
MILDENFURT. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
Ehemalige Prämonstratenser-Klst.-K. gegr. 1193, Hauptbauzeit um 1225-50. Nächst dem Dom von Naumburg der bedeutendste sprom. Bau in Ostthüringen. Freilich nur als Fragment, eingebaut in ein Schloß des 16. Jh., erhalten. Von der Anlage ist folgendes Bild zu gewinnen: Qsch. und Chor zeigen den regelmäßigen Gr. des lateinischen Kreuzes; Hauptchor und Nebenchöre (kürzer) schließen mit 1/2kr. Apsiden; sodann noch Altarnischen in der Mauerdicke der Kreuzflügel. Das Lhs. im gebundenen System gewölbt; 4 Doppeljoche; die Hauptpfll. als Gruppen von 8 Halbsll. um einen ungleichseitig 8eckigen Kern; die Zwischenpfll. gegen das Msch. glatt. Im W. Doppelturm. Ganze L. 73 m. Von den Klostergebäuden haben sich das Refektorium, der Kapitelsaal und der SFlügel des Kreuzganges, entstellt, im jetzigen Brauhaus erhalten.