Alte Hofhaltung. Weitläufiger Hof von malerischen Fachwerkhäusern mit Holzgalerien umgeben; nach vorn gegen den Domplatz eine Hofmauer mit prächtigem Einfahrtstor und neben diesem ein Steinhaus von geringer Tiefe, so daß es fast nur um der Fassade willen erbaut zu sein scheint; diese ist durch die künstlerische Feinheit der asymmetrischen Gruppenbildung eine der allerglücklichsten und bezeichnendsten Schöpfungen der deutschen Renaissance, erbaut unter B. Voit v. Würzburg † 1577. Der entwerfende Baumeister (Erasmus Braun? Caspar Vischer?) unbekannt. — In demselben Gebäudekomplex eingeschlossen die Überreste der
Andreas-Kap., eines frrom. achteck. Zentralbaues und die Katharinen-Kap. aus dem 12. Jh., anscheinend Doppelkapelle.
Neue Residenz. Nachdem die Bischöfe abwechselnd im Geierswörther Schloß (an der Stelle des jetzigen Oberlandesgerichts) und in einem verschwundenen Schloß auf dem Michelsberg residiert hatten, wurde 1695 von B. Lothar Franz v. Schönborn der gegenwärtige Bau begonnen. Baumeister Leonhard Dientzenhofer. Stückweise geplant und nicht vollständig ausgeführt; Abschluß 1704. Zwei lange Flügel stoßen im rechten Winkel aufeinander. Die 3 Geschosse lassen nach der Schulregel [pg 36] die 3 antiken Ordnungen sich folgen; im übrigen sind sie fast gleichwertig behandelt; es fehlt die rhythmische Bewegung und der Abschluß durch ein nachdrückliches Kranzgesims. Der Gesamteindruck bleibt monoton, ja selbst von Kleinlichkeit nicht frei. Sehr nüchtern, an Klosterbauten der Zeit erinnernd, ist auch die innere Einteilung. Bedeutsamer nur der große Festraum, der Kaisersaal; noch ist der, in diesen Gegenden wohl zuerst von Dientzenhofers jüngerem Bruder Johann in Pommersfelden getane Schritt, die Durchlegung durch 2 Geschosse, nicht gewagt; so bleibt der Raum in der Weise der älteren Architektur im Verhältnis zu seiner Ausdehnung sehr niedrig, und erscheint es noch mehr durch den schweren Prunk der Dekoration.
Domherrenhöfe. Auf dem übrigen Teil des Domberges, soweit er nicht durch die Kirche und die beiden Residenzen eingenommen ist, breiten sich die Wohnsitze der Domherren aus. Sie scheinen die gemeinschaftliche Wohnung in der Klausur in früher Zeit schon aufgegeben zu haben, vgl. den Mangel eines rom. Kreuzganges. Eine Wanderung durch diese alten, im Laufe der Zeiten natürlich mannigfach umgestalteten Kurien mit ihren von Galerien umgebenen Höfen und ihren terrassierten Gärten ist von großem Reiz. Viele haben ihre Hauskapellen bewahrt; eine (im jetzigen Stadtrentamt gegenüber dem Kapitelhaus) ist noch rom., die übrigen got. Architektonisch am bedeutendsten die Dompropstei 1775 und die Domdechantei von J. M. Küchel, einem Gehilfen Neumanns (jetziges erzbischöfl. Palais) und aus 16. Jh. der Jungkindshof. Das Bild der geistlichen Stadt vervollständigt sich durch die Absteigequartiere der Äbte aus der Diözese: erhalten der Langheimer Hof und der Ebracher Hof, beide noch M. 18. Jh. von J. M. Küchel.
Antoniterhof mit Laurenzi-Kap., got. Anlage, 1629 umgebaut, unbedeutend.
Clarissen-Klst., gegr. 1341, profaniert.
Dominikaner-K. (jetzt Militär-Depot). Chor 1380-87 in der gewöhnlichen polyg. Anlage; das Lhs. hat 3 Sch. von gleicher Höhe mit flachen Decken. (Umbau des 16. Jh.?). Der Kreuzgang verwüstet.
S. Gangolf. Ehem. Stifts-K., gegr. 1063. Anlage und Mauerkern gehören einer rom. kreuzf. Basilika. Obergaden noch mit rom. Fenstern. Die Arkaden got. erweitert, an die Sschiffe got. Kapellen angebaut. Das Ganze got. eingewölbt. Sprom., oben in got. Formen übergehend die Doppeltürme der Fassade. Zwischen ihnen schaut der Mschiffsgiebel vor. — In den sehr verbauten Stiftsgebäuden Reste eines rom. Kreuzgangs.
S. Elisabeth. Kleiner spgot. Bau, willkürlich neugot. rest. — Ein paar Holzfigg. aus der Schule Riemenschneiders.
Franziskaner-Klst. Die K. abgebrochen, die Konventsgebäude als Landgericht umgebaut.