Propsteigebäude (jetzt Präparandenschule) von J. M. Küchel um 1760.
Friedhofs-Kap. an der Straße nach Hallstadt (Gönninger-Kap.), gestiftet 1767. Das Innere konnte ich nicht sehen, das Äußere in eleganten Verhältnissen und schon etwas aus dem Rokoko herausstrebend. Um das flache Dach laufen Balustraden mit Kindergruppen. Die Fenster schließen geradlinig mit gerader Verdachung. An der Fassade große Relieftafel, die Stifter vor dem Gekreuzigten. — Älteres Jesuitenkollegium (Gymnasium) 1611; bmkw. Portal zur Aula 1613.
Jüngeres Jesuitenkollegium (jetzt öffentl. Bibliothek und Lyceum) 2. H. 17. Jh. und A. 18., die älteren in der Tradition der deutschen Spätrenaissance.
Ernestinisches Klerikalseminar am Maximiliansplatz. 1733 nach Entwurf B. Neumanns von Justus Heinrich Dientzenhofer.
Altes Rathaus (jetzt Hauptzollamt), großer schmuckloser Renss.Bau.
Neues Rathaus auf der Regnitzinsel; 1744-56 aus einem got. Brückenturm (z. Z. noch erkennbar) umgestaltet. Fassadenmalerei von Jos. Anwander, neuerlich mit Glück rest.; Altane, Stuckdekoration, plastische Gruppe auf der Brücke von B. Mutschelle; alles zusammen überaus glücklich und originell in der künstlerischen Ausnutzung der Örtlichkeit, ein malerisches Architekturbild ersten Ranges.
Hochzeitshaus am Fischmarkt 1618, die prächtigen Giebel 1871 zerstört.
Hauptwache 1774, Bildhauerarbeit von Kamm.
Gangolfstor, schmuckreicher Bar.-Bau im Charakter einer Ehrenpforte 1697 von J. L. Dientzenhofer.
Privathäuser. Gotik und Renaissance sind in Bamberg nicht vertreten. Dagegen begann ein Menschenalter nach dem. 30jährigen Kriege eine sehr lebhafte Bautätigkeit mit einem Zuge zum Üppigen, dem eine vortrefflich ausgebildete Stucktechnik die Mittel gab. — Hauptbeispiel das Prellsche Haus, Judengasse 14, und das Concordiahaus. Beide für denselben Bauherrn, J. J. T. Böttinger, und ungefähr gleichzeitig (angeblich 1721-31). In beiden erinnert die Grundrißdisposition auf ansteigendem Gelände und dessen Ausnutzung zu Hof- und Gartenterrassen an italienische, speziell genuesische Vorbilder. Die stilistische Ausbildung aber ist ganz verschieden. Im Prellhause sind die Treppen und sonstigen Innenräume noch im Sinne des 17. Jh. in gedrückten Verhältnissen, in der noch durchaus bar. Dekoration schwülstig und beinahe roh, aber von großer Kraft der malerischen Effekte; ebenso die Fassade. Die Überlieferung bringt den Bau in ziemlich unsicherer Weise mit dem Namen Dientzenhofer (welcher der vielen?) in Verbindung. Ungewissen Autors auch das sehr bmkw. Concordiahaus; ohne sehr groß zu sein in der Haltung eines monumentalen Palastes. Den Dientzenhofer zugeschrieben: Langgasse no 18 und no 32, Nonnenbrücke no 1, Grünmarkt no 31, Karolinenstr. 11 (a. 1716). — Von J. M. Küchel (lebte 1703-69) Karolinenstr. 1, 2, Kaulberg no 7, Judengasse 7, 12. — Von Fink 1789: Langgasse no 13.