Wohnhäuser. Sie lassen Bautzen wesentlich als eine Stadt des Barockstils erscheinen. Die älteren Bauten sind durchweg so umgestaltet, daß sie sich nur aus wenigen Resten erkennen lassen, a) Zwischen 1634 (Stadtbrand) und 1709. Reichenstr. 12, an der Fassade über und zwischen den Fenstern Stuckdekoration in schweren Blumengehängen, um 1720 hinzugefügt. Burgplatz no 6 um 1680. Burglehn no 7 a. 1699. — b) Zwischen 1709 und 1720. Reichenstr. no 14, Innere Lauenstr. no 6, beide mit Fassadenschmuck in Stuck, Fleischmarkt no 8 Hof und Innenräume zu beachten. — c) Zwischen 1720 und 1740. Wendische Str. no 8, stattliche Pilasterfassade. Heringsgasse no 1, Eckhaus, im Innern Stuckdecken. Hauptmarkt no 8. Reichenstr. no 5. — d) Zwischen 1740 und 1780. Reichenstr. no 24, Töpferstr. 34.

Stadtmuseum am Kornmarkt.

BAYREUTH. OFranken BAmtsstadt.

Stadt-K. Von dem Bau des 13. Jh. vielleicht die Fundamente der WTürme; sonst Neubau, beg. E. 14. Jh. mit dem Chor, Hauptzeit 1438-68. Mittelgroße 6jochige Basilika, Chor in der Höhe des Msch. 2 Joche und 5/8 Schluß. Netzgwb. 17. Jh. Imponierende weiträumige Verhältnisse, Formen [pg 47] äußerst nüchtern. Das Äußere, ernst und kraftvoll, verrät wenig die Entstehungszeit. Besonders bmkw. die nachdrückliche Behandlung des Strebewerkes mit offenen Bögen; an den Fenstern mäßige Verwendung von Fischblasen. Brauttür am Treppen-Turm der Sakristei 1575. — Die Türme 5geschossig geteilt durch Maßwerkfriese; kurze oktogonale Aufsätze mit welschen Hauben 1621. — Das Innere durch die Rest. des 19. Jh. seiner prächtigen Barockausstattung beraubt; nur der treffliche Hochaltar von 1615 und der gleichzeitige Taufstein mit Reliefs von H. Werner erhalten. Die wenigen übrig gebliebenen Statuen an den Chorstreben A. 15. Jh. geringwertig.

Schloß-K. 1753 von St. Pierre; einfacher, niedriger Saal mit Flachdecke; durch modernen Anstrich ernüchtert; die leichte zierliche Stuckierung von Martino Petrozzi. Gruftkap, für das Markgrafenpaar Friedrich und Wilhelmine in trockenstem Zopf.

Spital-K. 1748 von St. Pierre; über dem schlichten quadr. Raum Deckenbild von Wunder.

Ordens-K. in S. Georgen. Als Kapitels-K. des Ordens »de la sincérité« (nachmals Roten Adlers) 1705-11 von G. v. Gedeler. Griechisches Kreuz mit Emporen. Stuckaturen und Malereien von einheimischen Meistern. Im Aufriß toskanische Pilaster. (In der Sakristei interessantes Gemälde von H. S. Beham, früher in der fürstl. Loge der Stadt-K.)

Betsaal der Gravenreuther Stiftung 1741 von J. G. Weiss.

Kanzlei. 1625 von Abraham Schade. Streng klassizistische, die niederländische Schulung Schades verratende Formen. Die Temperantia und Justitia über dem gebrochenen Portalgiebel von Abr. Gross aus Kulmbach (vgl. dessen Arbeiten am Rathaus zu Nürnberg). Im 18. Jh. die Fassaden symmetrisch verlängert.

Altes Schloß. Vom Bau des 16. Jh. der Mauerkern des 8eckigen Turms; die fahrbare Schneckenstiege 1610; das Sonstige, Umbau und Erweiterung seit 1667. Unregelmäßiges, nach dem Marktplatz (»Maximilianstr.«) offenes Quadrat. Die Fassaden von dem Hugenotten Ch. Ph. Dieussart. Auffallender Weise hat das Erdgeschoß die reichste Behandlung: gequaderte dorische Pilaster, über den Fenstern Medaillons mit Büsten, alles in vortrefflich reiner, strenger Zeichnung; das Mittel- und Obergeschoß nur in Verputz, ohne Pilaster und Gesimse. Nach dem Brande 1753 z. T. Ruine. Im Innern nur ein Treppenaufgang alt.