SALZBURG B. NEUSTADT. UFranken BA Neustadt.
Burgruine. Eine der größten in Deutschland. Die Identität mit der namensgleichen Pfalz Karls d. Gr. und der Ottonen nicht völlig sicher. Der vorhandene Bau gehört in der Anlage wie auch in seinen meisten künstlerisch formierten Teilen ins 11. bis 13. Jh., in welcher Zeit die Burg würzburgisches Lehen war; die 450 m langen Ringmauern umschreiben ein unregelmäßiges Trapez; kein ausgesprochener Mittelpunkt; die Gebäude sind regellos zerstreut wie in einer kleinen Stadt (S. war im sp. Ma. Ganerbschaft und von 7 bis 9 Familien bewohnt). — Torturm um 1200, schöne Buckelquadern, beide Seiten der Durchfahrt durch Portale in kräftigen und zugleich eleganten Formen (Zickzack) charakterisiert. Weiterhin rechts die 1848 in pseudoromanischen Formen vollkommen erneuerte Kap. (Wallfahrt); westlich davon neben dem Turm »Jungfernkuß«, wo sich der Palas an die Außenmauer lehnte, rom. Fenster und Spuren eines Kamins. Ein anderer Wohnbau, noch mit 2 Treppengiebeln, links vom Hauptweg (fälschlich »Münze« genannt), die Fensterarchitektur mit das Reizvollste, was wir von profaner Frühgotik besitzen. Rom. Formen an mehreren Wohntürmen. Endlich manche Erneuerungen der Spätgotik und Renaissance.
SALZUNGEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Stadt-K. Flachgedeckter Saal von 1789, umgebaut 1908. Durch die Stadtbrände 1640 und 1786 fast alle älteren Gebäude vernichtet. Von Wohnhäusern zu nennen der stattliche »Hünische Hof« um 1624 und ein Fachwerkhaus von 1619 in der Brenngasse. Einfach gefällige Bürgerhäuser der Zopfzeit.
Husenkirche vor der Stadt. Sehr alte Gründung (775?), jetzt [pg 361] ein ärmlicher Bau um 1500. Dasselbe gilt von der Wendels-K. von 1481.
Friedhofs-Kap. spgot., im Innern geschnitzte Holzarchitektur des 16 Jh. und viele Epitaphe von besserer Qualität.
SANGERHAUSEN. Pr. Sachsen. Kreisstadt.
Jakobi-K. Spgot. 3sch. Halle (Gwbb. nicht ausgeführt) mit höherem langgestrecktem Chor. — Der Flügelaltar der größte und beste des Kreises. Einfacher spgot. Taufkessel. Großes Grabmal von 1618 aus der Werkstatt des kurfürstl. Hofbildhauers J. M. Nosseni.
Ulrichs-K. Ehem. Benediktiner-Klst., gegr. E. 11. Jh., 1265 den Cisterc.-Nonnen überwiesen, 1389 Brand. — Kreuzf. rom. Basilika, mit ausgebildetem Hirsauer Chor (vgl. Bosau, Paulinzelle, Wimmelburg), die Seitenschiffsgewölbe noch rom., wenn auch (wegen des stark oblongen Gr.) wohl nicht ursp. geplant. Das Msch. war flach. Das Qsch. hat die ungewöhnliche Anordnung, daß die Arme aus 2 Jochen zusammengesetzt sind; das erste in der Breite der Ssch., das zweite quadr.; das erste mit Tonnengwb., das zweite mit rundbg. Kreuzgwb. Einwölbung des Msch. im 13. Jh.; die Gwbb. ruhen auf Kragsteinen, haben rck. Gr., spitzbg. Gurtbgg., aber keine Kreuzrippen. Die Strebepfeiler aus 16. Jh. Die Arkadenpfeiler kreuzförmig, einfach abgeschrägte Deckplatten mit flach skulptiertem, steif gezeichnetem Ornament aus demselben lombardisch geschulten Kreise, dem man in Quedlinburg, Gröningen und Magdeburg (Liebfr.) begegnet. — Ob der 8eck. got. Vierungsturm einen rom. Vorläufer gehabt hat, wird nicht klar; WTürme sind nie vorhanden gewesen. Tympanon mit Ludwig dem Springer und dem hl. Ulrich. — Kanzel 1620. — Figurierter spgot. Taufkessel.
Schlösser. Altes 1446, im Erdgeschoß Kreuzgwbb. auf Bündelpfl. Neues 1586 und 1612.