Herrenhäuser. Große Kemnate in der Weidebrunnergasse, vom Bau von 1410 noch vieles erhalten. Heilig-Grab-Haus in der Pfaffengasse, später Henneberger Hof, Westhälfte got., Osthälfte renss. Rosenapotheke in der Steingasse 1545. Todtenwarthsche Kemnate am Altmarkt 1575.
Bürgerhäuser. Vorwiegend Fach werkbauten des 16. und 17. Jh. Bmkw. die zahlreichen üppigen Stuckdecken (Lutherplatz 7, Weidebrunnergasse 2, Auergasse 3, Steingasse 8 und 137 u. a. m.).
Vor der Stadt zahlreiche Gartenhäuser des 18. Jh., meist in feiner baulicher Gestaltung.
Stadtbefestigung. Der doppelte Mauerzug fast ganz erhalten, die Türme meist, die Tore alle abgetragen.
Schloß Wilhelmsburg. Hauptarbeit 1585-1589. An der Planung war sicher der Bauherr, Landgraf Wilhelm IV. von Hessen, erheblich beteiligt, Ausführung durch Christoph und Hans Müller, »Hofschreiner und Baumeister«. Auf Benutzung von Mauerteilen der vorangegangenen ma. Burg wurde Verzicht getan, daher der Gr. ungewöhnlich regelmäßig, Viereck außen 51 : 62 m, innerer Hof (wegen ungleicher Tiefe der [pg 367] Flügel) näher dem Quadrat. Der Hauptbau ist von mehreren Zwingern umschlossen, er selbst aber hat den Charakter des Wehrbaues ganz aufgegeben; doch erinnern die niedrigen Stockwerke (3 an der Zahl), die Sorglosigkeit in bezug auf symmetrische Gruppierung der Fenster, der Mangel an Wandgliederung u. a. m. noch immer an die ma. Bauweise. Wie bei den meisten Schlössern und Rathäusern der Epoche traten lebhaftere Formen erst oberhalb des Hauptgesimses ein; die ehemalig reich verzierten Zwerchhäuser sind jetzt allerdings stark reduziert und das Dach erniedrigt. Einigermaßen auffallend ist der Mangel an Türmen; es ist nur der wenig hochragende an der Schloßkirche vorhanden, im Erdgeschoß aus Ma. Die innere Einteilung kennt keine Korridore; geschickte Gruppierung der Zimmer macht sie bequem zugänglich durch die 4 in die Ecken des Hofes gelegten Schnecken, mit 2 Türen auf jedem Podest. Der architektonisch gehaltvollste Teil ist die in der SWEcke angelegte, nach außen nicht selbständig gekennzeichnete Kapelle. Die Anlage folgt dem in den Schlössern von Torgau (1544) und Stuttgart (1566) begründeten Typus. Ein Rck. von 13,2 : 16,6 m wird auf 3 Seiten von geräumigen Emporen umschlossen; dieselben bauen sich 3geschossig in 2 resp. 3 Achsen auf; an der schließenden Schmalseite übereinander — diese spezifisch protestantische Anordnung tritt hier zum erstenmal auf — Altar, Kanzel und Orgel. Wie in allen Teilen des Schlosses haben die Proportionen etwas gequetschtes; die Arkaden öffnen sich in Korbbögen zwischen sehr niedrigen Pfll., die Decke hat abgeflachte Kreuzkappen aus Stuck konstruiert. Sehr reich die Dekoration (vom Niederländer Wilhelm Vernucken): Pilaster, Archivolten und Zwickel mit sog. Beschlägsornament in flachem Relief, an der Decke zierliches Rollwerk, unterhalb ihrer auf dem obersten Scheidbogen liegende Apostelgestalten (offenbar Ableitungen aus Michelangelos Sistina). Die Ausführung überall in Stuck mit diskretem Zusatz von Farbe und Vergoldung. Lübke: »in der ganzen deutschen Renaissance kenne ich keinen Innenraum von ähnlicher Feinheit der Dekoration«. An den jetzt kahlen Emporenbrüstungen ehemals Tafelgemälde, auf denen die Antithesis Christi und des Papstes durchgeführt war (anscheinend im Anschluß an Cranachs Holzschnittwerk »Passional Christi und Antichristi«), sie bildeten meist den Mittelpunkt der farbigen Dekoration. — Auch in den übrigen Teilen des Schlosses hat sich viel von dem ursp. Schmuck erhalten. Die niedrigen Fenster und Türen (letztere meist 2 m H.: 1 m Br. mit Holzintarsien) sind mit Wandmalereien eingerahmt; [pg 368] nordisches Rollwerk wechselt mit antiken Grotesken; einigemal erscheinen breitspurige Landsknechte als Türwächter; Kamine; Öfen mit gußeisernen Teilen (einer bez. 1584). Die vollständigsten Ensemblewirkungen im »Riesensaal«, hauptsächlich Malerei auf Wandverputz und gemalte Deckenfelder auf Leinewand, weit gespannte hölzerne Deckenträger auf reich gestalteten steinernen Wandpfll. Großer Kamin. Der Riesensaal hat bei einer Grundfläche von 12,5 : 25 m nur 4,5 m H., wie denn auch die süddeutschen Schloßsäle dieser Zeit niedrig proportioniert zu sein pflegen. Sehr gut erhalten das Landgrafenzimmer im Erdgeschoß. Über mehrere Räume verteilt die bmkw. Sammlungen des Hennebergischen Gesch.-Ver. Die Gartenterrassen aus A. 17. Jh. sehr zerstört.
SCHMERLENBACH. UFranken BA Aschaffenburg.
Benedikt-Nonnen-Klst. 1769.
SCHMIEDEBERG. Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.
Stadt-K. 1450. Hallenkirche in Backstein mit Resten eines älteren Granitbaus. Jetzt flachgedeckt. Chor 3/8 in voller Breite der K.
Rathaus 1648 mit hübschen Giebeln und Portalen.