»Ja, wer sind Sie? – Herr im Himmel, Baumgartner!«

»Ich bin's,« kam es von der anderen Seite kaum vernehmlich zurück. »Treten Sie einen Augenblick zu mir auf den Hof, gnädiges Fräulein, denn ich habe Ihnen etwas auszurichten.«

Mit einem Sprung, atemlos, fuhr Johanna an die Seite des Verwalters. In der Aufregung, den Verlorengeglaubten unverletzt wiederzusehen, streckte sie dem treuen Mann beide Hände entgegen. Der Wirtschafter aber machte ihr mit der Schulter warnende Zeichen gegen die dunklen Gestalten hin, die den Hof bevölkerten, und flüsterte in seltsam verhaltener Erregung dasjenige hervor, was sein erschüttertes Gemüt nicht länger verschließen zu können meinte.

»Wie sind Sie hierher gekommen, Baumgartner? Waren Sie gefangen?«

»Später Fräulein, alles später. Um Gottes willen vorsichtig. Ich habe ihn gesehen.«

»Wen?«

»Unseren Nachbar, Ihren Vetter, Herrn von Stötteritz. Sie streifen dort hinten schon in den Wäldern herum. Er trug mir auf, Ihnen zu sagen, in längstens drei Stunden sei er mit den Ulanen hier.«

»Baumgartner, besinnen Sie sich, ist das wahr?«

»Es ist so wahr, wie ich meine Frau und meine kleine Marielle gesund wieder zu treffen hoffe. Ach, Fräulein,« zischte es haßerfüllt und lauter, als es die Vorsicht gebot, aus dem sonst so stillen Menschen heraus, »wenn man die Mordbrenner nur so lange hier festhalten könnte! Dann würde ihnen heimgezahlt werden für alles, was sie uns angetan. Aber diese Bande hat Lunte gerochen und wird sich verkriechen.«

Durch Johanna rieselte eine schneidende Kälte.