Kein Laut regte sich mehr, alles schlief, nur er stand noch wie ein Dieb und wollte stehlen.

Dort drinnen also, dort drinnen.

Er wußte, es war unverschlossen.

Die grobe, arbeitsgewohnte Hand reckte sich aus nach der Klinke, aber über dem Messing, in der Luft blieb sie, wie auf einer unsichtbaren Mauer, liegen.

Das vermochte er nicht. Das wagte er nicht. Der Frost schüttelte ihn, daß ihm die Zähne klapperten. Er schlug die Hände vors Gesicht und stieg wie vernichtet und zerbrochen in seine Kammer hinauf.

Er hatte einen schlimmen Traum.

Da sah er sein Weib auf der Totenbahre liegen, gelb und wächsern. Sie war endlich gestorben. Fröhlich tönten Geigen und Trompeten dazu, und er selbst hatte Hedwig im Arm und tanzte jauchzend mit ihr um den Sarg herum und küßte sie auf den Mund. Die Leiche aber lag im Brautkleid und öffnete die Augen und Pastor Schirmer predigte über ihr: »Wirf die Last von dir. Sei mutig.«

Er wälzte sich im Schweiß und schrie so laut auf, daß er erwachte.