Oft auch kam Besuch zu ihnen. Einmal die Förstersleute mit ihren Eleven, dann Pastor Schirmer mit seiner Tochter, zuweilen auch der Inspektor von Boltenhagen, sehr oft der schmeerbäuchige Kreisphysikus aus Grimmen. Nur die Frau Pastorin hielt sich zurück. Hedwig fragte nicht nach ihr und suchte nach keinem Grunde.

Dann wurde musiziert und gesungen, häufig auch getanzt oder ernsthafte Gespräche geführt, und alle fühlten sich von dem klugen, liebenswürdigen Mädchen angeregt. Wilms wurde allmählich stolz auf sie.

Ihr Widersacher, der taube Krischan, war vom Hofe entfernt worden. Das hatte sich jedoch nicht so glatt abgewickelt und war jetzt die Ursache zu vielem Verdruß.

»Wat soll ick?« hatte der Greis gefragt, als Wilms ihm seinen Entschluß ein wenig zögernd eröffnete. »Wo soll ick hen?« Dabei hob er das taube Ohr empor und wackelte kraftlos mit dem Kopfe.

»Ins Altenheim. Da wirst du’s gut haben.«

»Ne,« hauchte der Alte und kaute widerwärtig mit dem stoppelbewachsenen Kinn: »Ick bünn nu all’ fifuntwintig Johr up dit Flag. – De Fru hett mi verspraken, dat ick hier starwen künn.«

Wilms wurde ungeduldig. »Meine Frau is aber jetzt fort,« rief er heftig.

»Sei ward äwer wedderkamen,« grinste der Alte und lachte kauend.

Das war dem Landmann zuviel. Hedwig hatte auch darin recht. Es wurde dem Tauben kurz und entschieden ein Termin zum Abzug gestellt.

Gelassen hörte der Greis die Entscheidung an.