»So? gefaßt? ja, ja, mein Liebchen,« murmelte der Doktor achtlos und bewegte im Selbstgespräch die Lippen. »Raus,« schloß er plötzlich sein Nachdenken und machte den beiden anderen eine energische Bewegung mit dem Kopf, daß sie sich entfernen sollten.

Wilms und Hedwig begaben sich in das niedrige frostige Wohnzimmer mit den grünen Ripsmöbeln.

Matt und in sich versunken lehnte das Mädchen hier auf dem Sofa, über das noch immer der graue Leinwandbezug gezogen war, während Wilms schweigend durch das einzige Fenster auf den Hühnerhof hinausblickte.

Seit dem gestrigen Abend hatten die beiden noch kein Wort miteinander gewechselt.

Ein seltsames Schweigen herrschte wieder zwischen ihnen.

Eine lange, bange Viertelstunde verstrich.

Dann trat der Physikus endlich breitbeinig herein und schloß die Tür hinter sich zu.

»Nun, Herr Doktor?« fragte Wilms dumpf, der sich im selben Augenblick zurückgewendet hatte. Aus den grob gemeißelten Zügen des Mannes sprach arbeitende, zurückgedämmte Angst, die ihm die Augen stier aus den Höhlen heraustrieb und sich auch Hedwig mitteilte. Aber sonderbar! Als sie ihren Blick flüchtig über den zitternden Riesen fortgleiten ließ, da drang zugleich ein spöttisches Mitleid gegen diesen besorgten Gatten in ihr Denken.

Mitten in ihrer Spannung lächelte sie spöttisch.

»Können Sie mir denn nicht ein bißchen Trost schenken?« stammelte der Pächter von neuem. »Ich kann’s ja gar nicht mehr mit ansehen.«