»Mudding — nu mach fix,« mahnte Siebenbrod. »Nu mußt du die Hände von Bruno und Paulen loslassen.«

Doch die kleine, stille Frau konnte sich noch nicht trennen. Immer wieder griff sie nach den Fingern ihrer beiden Ältesten, die nebeneinander auf dem leichten Korbwagen saßen, und nur die milchigen Gespinste verhinderten, daß nicht alle bemerkten, wie dicke, schwere Tränen über die Wangen der Witwe rollten.

»Mudding,« drängte Siebenbrod, »die Pferde friert.«

»Wo ist Hann?« fragte des Studenten harte Stimme.

»Und wo Lining?« beeiferte sich oll Kusemann ironisch hinzuzusetzen.

Zur Seite des Wagens, dicht unter dem Bollwerk knirschte etwas. Dort hatte Hann bis jetzt in seinem festgebundenen Boot gesessen und schwerfällig in sich hineingesonnen. Viel, viel lieber wäre er hinter der dicken Nebelwand versteckt geblieben, als jetzt seinem Bruder Bruno die Hand zu reichen, gegen den er seit gestern so Schweres auf dem Herzen trug. Doch auf den Ruf des Theologen trottete er folgsam heran.

»Adieu, Hann,« sagte der Student, während er ihm rasch über das Haar fuhr, »achte auf das Grab von Vater — versprich mir das.«

»Ja, ja — Pauling,« heulte Hann los.

»Adieu, Hann,« verabschiedete sich jetzt auch der andere, »bleib gesund und besuch mich bald mal — hörst du?« Er reichte ihm zögernd die Hände.

Der Schifferjunge drückte sie aus Leibeskräften. In seiner Rührung hatte er längst den Groll vergessen. »Bleib immer gut zu Weg, Bruno — immer gut zu Wege.«