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Zwei Tage später — bei Sonnenaufgang — da fand der einzige, goldige Strahl, der durch das hochangebrachte Traillengitter hindurchdringen konnte, den Moorluker Philosophen fröstelnd und mit blödem Haupt auf der Pritsche des Militärgefängnisses hingestreckt und mit dumpfem, verwundertem Ausdruck an den grauen Mauern hinaufstarren.

»Nee,« stellte er fest, indem er erwartete, Siebenbrod müsse ihn ja zuletzt mit einem Fußtritt aus dem schweren Traum erwecken, hielt sich den Kopf und schloß die Augen. Aber der liebe, erlösende Tritt Siebenbrods blieb aus, und das einzige, was zu ihm drang, war vom Hof aus ein Kommandoruf, dem ein hartes, klirrendes Geräusch folgte, wie wenn Gewehre taktmäßig auf das Pflaster gestoßen werden.

»Je — je —«

Hann riß abermals die Augen weit auf.

Halb zerschlagen kroch er von dem harten Marterlager herunter, um von neuem kopfschüttelnd um sich herum zu stieren.

Da in der Ecke die Pritsche mit der Wolldecke, an der anderen Seite ein Kasten, der häßlich roch und beinahe aussah, als ob man seine Notdurft darein verrichten sollte. Sonst nichts.

Kein Stuhl — kein Tisch. Auf vier Seiten lang und breit nur kahle, graue Mauern, und eine niedrige, braune Tür, die von innen keine Klinke bot.

Hann strich sich die Haare aus der Stirn und schüttelte sich.

Darauf schlich er zur Tür, um sie doch wenigstens einmal zu untersuchen, als an dem Holz in Manneshöhe eine Klappe herabsank, während ganz dicht etwas polterte.