Aber ehe diese Anspielung noch recht verstanden wurde, quiekten plötzlich durch den aufklatschenden Regen und das Heulen des Windes Harmonikamelodien hindurch. Es war, wie wenn die Weise aus dem Fluß dränge.

Was war das?

Alles schwieg.

»Herr Gott, Kinder, es wird doch nicht etwa Malljohann sein?« fragte oll Kusemann. »Sein Schiff liegt hier.«

Und durch den Haufen drängte sich ein großes, starkknochiges Weib. — Frau Dörthe Petersen, der weibliche Kapitän.

»Herrgott, was wollt's nich — was wollt's nich,« jammerte sie und rang die Hände. »Bei Gewitter schleicht er sich immer auf die Brücke und sagt, er müsse gegen den Donner aufspielen. — Was kann da einer für?«

»Malljohann — Malljohann!« riefen drei, vier Stimmen, um ihn anzulocken.

»Der Mann hatt' doch nu mal solche Gedanken in seinen Kopf,« klagte das Weib weiter und beugte sich über das Bollwerk verzweifelt gegen die zerrissene Brücke vor: »Huch,« kreischte sie plötzlich, »kiekt — oh, kiekt da — da sitzt was, wie sein Gespenst — o Gott, o Gott, wie ich mich fürcht'.«

Alle drängten sich um sie, alle starrten mit den seegeübten Augen durch Dünste, Gewitterwolken und den Regen hindurch, der wie ein graues Fischernetz alles umwob.

Richtig, da — mitten im Fluß — auf den drei einzelnen, stehengebliebenen Balken, da regte sich etwas Braunes — und jetzt, wo der Donner wieder über die vernebelten Wiesen knatterte, da unterschieden sie von neuem ein schwaches Getön.