In seiner Bodenkammer hatten sie ihn auf den engen Wandschragen gebettet.
Zwei Frauen saßen bei ihm.
Mudding, die von Siebenbrod mit ihrem Stuhl hinaufgetragen war, und die nun hilflos zusehen mußte, wie Klara Toll neben dem Hingestreckten saß, um ihm unausgesetzt kühlende Umschläge auf den Kopf zu legen.
Sie konnte so gar nichts helfen, das arme, alte Mudding mit ihren geschwollenen Füßen, aber stets wenn das schweigsame Mädchen dort in die Schüssel langte, dann streichelte die Alte langsam über ihre nasse Hand und murmelte: »Lieb's Döchting.«
Es war beängstigend still in dem schmalen, dämmrigen Raum. Nur zuweilen hörte man das Plätschern des Wassers und Klaras tiefe, zurückgepreßte Atemzüge.
Das Fenster stand offen.
Draußen hatte das Gewitter ausgetobt, ein ganz feiner rieselnder Regen fiel noch, aber hinten über den dampfenden Wiesen sah man die Sonne glühendrot hinter blaugrauen Schleiern untergehen. Ein leichter Wind schüttelte die nassen Pappeln vor dem Häuschen, und von überall her erhoben sich die erquickenden See- und Heudüfte.
So mochte wohl eine Stunde vergangen sein.
Hann lag mit starren, offenen Augen, ohne sich zu bewegen, er rührte sich auch nicht, als Klara Toll sich leise über ihn beugte, um ohne Furcht und Scheu vor der alten Frau ihren Mund auf seine Stirn zu pressen.
»Lieb's Döchting,« murmelte die Alte wieder und langte nach der Hand des Mädchens. »Lieb's Döchting.«