Erstaunt und lange musterte der Kranke das Mädchen. Dann begann er: »Bist du nun da, Lining?«

»Hann,« rief Mudding erschreckt.

»Still,« verwies Klara, setzte sich zu dem Kranken auf den Bettrand und strich ihm die nassen Haare von der Stirn. Die Berührung schien dem Kranken wohl zu tun. Wenigstens hielt er die Finger des Mädchens fest umspannt.

»So,« äußerte er endlich nach einiger Zeit, »so ist's gut.«

Dann wurde er wieder unruhig.

»Lining,« hob er von neuem an, »ich krieg das nich aus'm Kopf, ich muß immerzu daran denken. Immerzu. Das mit Bruno, Lining« — seine Stimme nahm einen flehenden Klang an: »Es ist doch allens recht und in Ordnung mit ihm? — Ich kann gar nicht mehr schlafen — denk', ich geh Klara Toll immer aus'm Weg — oll Kusemann weiß es auch all — — Ach Lining, wenn du doch immer hier im Haus geblieben wärst.«

»Klara,« rief Mudding erschrocken und beschämt, »er is nich bei Verstand.«

»Ja, er fiebert,« sprach das Mädchen, ohne sich zu rühren und ohne aufzuhören, die Finger auf des Leidenden Stirn zu legen.

»Und wie du getanzt hast, Lining — weißt noch?