Sie bog sich zurück.

»Du,« flüsterte sie warnend.

Da streichelte er noch einmal ihre Wange und glitt mit wenigen Sätzen die Treppe hinunter. Line aber huschte zu Fräulein Dewitz zurück, und als sie wieder an dem Spiegel vorüber mußte, da schwellte sie das stolze Gefühl, wie unüberwindlich doch die Macht der Schönheit wäre, und sie huschte wieder hin und her und schnurrte vor sich hin, genau so, wie sie es als Kind getan hatte.

— — — — — — — — — — — — — — — —
— — — — — — — — — — — — — — — —

Später erinnerten sich die in Moorluke ebenfalls ganz genau daran und wunderten sich, daß sie es erst so spät verstanden hätten.

Und es war doch so einfach.

An dem Sonntag Nachmittag, zu jener Tagesstunde, wo die Fischer in Gruppen am Bollwerk hocken, um sich etwas zu erzählen, und wo die Mädchen Arm in Arm vorüberwandern, da hatte auch Bruno nach seinem Besuch im Elternhause mit dem Philosophen Hann am Rick gestanden, hatte nachlässig ins Wasser gesehen und den Bruder so teilnehmend nach allem gefragt, wie noch nie.

Woher er die rote Narbe über der Stirn empfangen, und ob es wahr sei, was oll Kusemann ihm im Vorübergehen zugeraunt, daß Hann jetzt heiraten wolle — und wer denn die Erwählte wäre, und schließlich müsse sich Hann doch ein hübsches Sümmchen erspart haben, wenn er an einen eigenen Herd denke?

Aber Hann hatte nur zu allem bedächtig den Kopf geschüttelt und dann war herausgekommen, daß er bis jetzt nur für Siebenbrod geschafft habe, und daß er auch ferner bei dem Stiefvater in Wochenlohn bleiben wolle. Denn sicher sei sicher.

»Ja aber, Siebenbrod — der,« raunte oll Kusemann wieder im Vorbeiflitschen. »Auf der Sparkass' nennen sie ihn all ümmer >Lütt-Rotschild<.«