»Schmidt,« beginnt er mit niedergeschlagenen Augen, »hier hab' ich seit vielen Monaten ein Schreiben liegen, das ich aus schwerwiegenden Gründen nicht abgesandt habe. Wollen Sie das an seine Adresse befördern? Der Ort liegt ganz in Ihrer Nähe. Wollen Sie den Weg machen?«

»I, woll, Herr,« erklärte sich der Abreisende bereit, und dabei buchstabiert er die Adresse: »Hann Klüth. — Oh, das is woll ein Verwandter? Na, den will ich grüßen, Herr.«

»Und das Land auch,« sagt der andere an sich haltend und blickt auf die spielende See.

»Versteht sich. Das Land auch. Adjüs!«

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Das Meer war Lines Feind. Das Meer wollte nicht, daß die Kranke gesunde. Das Meer, welches das Mädchen schon als Kind gehaßt hatte.

»Heut' abend knackt das Eis,« meinte oll Kusemann.

»Und dann gibt es wieder einen Tanz,« setzte Frau Fiek hinzu, die mit Hann in der Küche weilte, um das Kind in einem Korbe zu wiegen. »Kuck, Hann, was er für schwarze Augen hat. Grad als Line. Und da — jetzt sieht er direkt auf die See raus.«

»Kinder können den Sturm sehen,« kaute oll Kusemann, während er an dem Türpfosten lehnte. »Hann, du solltest die jugendliche Mutter von hier fortbringen. Was tust du, wenn das Wasser hier nun hereinläuft.«