Und wie der Junge völlig betäubt und teilnahmlos, zitternd und fröstelnd auf dem Vorratskasten saß, da schoß Siebenbrod der Gedanke durch den Kopf, daß er diese große Leistung auch gebührend ehren müsse. Rasch schloß er deshalb den Kasten auf, nahm die Flasche heraus, und als Hann errötend voller Ekel abwehrte, setzte er dem Jungen mit sanfter Gewalt das Glas an den Mund und zwang ihm mehrere Schluck hinunter.
»I, Jünging, das is dich ja gesund, der schöne Kirsch, so — so — siehst du — na, ich sag bloß, aus dich wird was — sollst mal sehn.«
Hann drehte sich etwas im Haupt. Aber dadurch steigerte sich Siebenbrods Zufriedenheit nur.
Wie schön roch nicht der geliebte Kirsch.
Wehmütig verbarg der Bootsmann das rubinfunkelnde Naß wieder in den Schiffsschrank. — »Ja, wenn man Zesnerfischer werden wollte.« Kein Spaß, wahrhaftig! Aber aus Hann wurde was! — Das stand fest.
* * *
Der arme Junge.
Er getraute sich nicht in das Lotsenhäuschen zurück, als Siebenbrod nach der gemeinschaftlichen Seefahrt in dem rotgepflasterten Flur verschwand. Noch zitterte er vom Kopf bis zum Fuß. Dazu summte der ungewohnte Alkohol förmlich in seinem Kopf herum. Er sah alles, als ob es auf Wolken tanze.
Und dann die Scham!
Geprügelt, durchgehauen, wie ein boshafter Köter. Nun wußten es doch gewiß bereits alle.