»Das Zesnerpatent, Herr Paul.«
Siebenbrod holte das Papier aus der Tasche und hielt es wie einen Schutz oder eine Erklärung vor sich in die Höhe.
»Ja, aber was folgt daraus?« forschte der Student unbarmherzig weiter.
Was daraus folgt? —
Siebenbrod sah sich verwirrt im Kreise um, wischte sich die Nase und machte wieder den Mund auf. Ja, was sollte denn daraus anderes folgen, als was doch so klar war? — Herr Gott — Herr Gott — solch ein studierter Mensch — was für Umstände: »Je,« stotterte er, »daß ich hier nu alles übernehme.«
»So? — Das stand ja aber schon vorher fest. Dabei ist doch nichts Besonderes?«
Als sich der Fischer derartig in die Enge getrieben sah, geriet er in Verzweiflung. Weit schob er die Füße von sich, legte eine Faust auf den Tisch und sagte in völliger Resignation: »Ja, das mag ja nun alles sein, wie es will — aber wir sünd einig — wir heiraten uns.«
Und Frau Klüth blickte mit ihrem starren Gesicht jedes einzelne der Kinder an und setzte traurig hinzu: »Glaubt mir, es geht nicht anders.«
Nach dieser Erklärung waltete neues, drückendes Schweigen. Als jedoch zwischen Mittagbrot und Kaffee der Bootsmann, froh, der schwülen Stille zu entfliehen, ein wenig an den Fluß und an Malljohanns Kahn geschlendert war, da sahen die andern Kinder, wie Paul mit der Mutter in einer Ecke saß, und hörten abgebrochene, geflüsterte Worte von dorther dringen: »Paul — Pauling — tu das nicht.«