»So, so?« lachte Hollander kurz und stieß sich mit dem Knopf gegen das Kinn. »Untergeordnete Bücher? Sehr hübsch! Untergeordnete Bücher, das ist ein guter Anfang. In einem anständigen Betrieb gibt es überhaupt keine untergeordneten Bücher. Aber damit Sie es gleich wissen, mein liebes Jünging, Sie fangen eben so an, wie ich auch begonnen habe. Also zuerst schließen Sie früh morgens sieben Uhr hübsch die Kontore auf, dann fegen Sie die Dielen auf. — Sollte Ihnen das nicht passen, dann wollen wir gar nicht erst beginnen. Dann wischen Sie Staub ab. Den Papierschrank in Ordnung halten und kopieren lernen, das ist schon die nächste Stufe, und so geht es weiter. Immer in Bescheidenheit, so fängt der Deutsche an. Das Feine, so mit englischer Tischzeit und so weiter wollen wir den Herren in London überlassen. Haben Sie sich alles so vorgestellt?«
Bruno machte eine Verbeugung und versicherte mit Herzklopfen, daß er sich große Mühe geben würde.
»Schön,« meinte Hollander, »wollen sehen. Wohnen und essen werden Sie zunächst bei mir, und morgen früh schicke ich meinen Wagen heraus, damit er Sie und Ihre Sachen abholt! Gut — abgemacht!«
Er streckte ihm die Hand hin, drückte sie gewichtig und ging dann fest auf Frau Klüth zu.
»Haben Unglück gehabt,« sagte er, »braver Mensch gewesen, Ihr Mann, hat mir lange Jahre, als ich selbst noch nichts war, treu gedient. — Na, wollen sehen, kann dafür vielleicht aus Ihrem Jungen was machen. Komm, Dina!«
Die beiden Damen verabschiedeten sich, indem sie jedem der Anwesenden die Hand reichten.
Als Dina die Finger der kleinen Line in den ihren hielt, wandte sie sich erfreut zu der Rokokotante und flüsterte »Wie hübsch!«
Dann verbeugten sie sich und bestiegen wiederum die Equipage, deren Schlag von Siebenbrod aufmerksam und ehrfurchtsvoll gehalten wurde.