Kling, kling, plump, plump, trala!
Das entschied.
Line zitterte vom Kopf bis zu den Füßen. »Bloß zusehen,« rief sie noch einmal mit geschnürter Stimme, »du kannst auf mich warten!«
Im nächsten Moment flog sie über die Brücke, und wie von unsichtbarer Hand zurückgehalten starrte ihr Bruno nach. Seine scharfen Augen verfolgten die Fliehende, bis sie gleich einem weißen Pfeil durch den Wirtshausgarten schoß. Dann griff er sich an die Stirn und sah sich um. Rechts von ihm ruhte die unendliche, finstere Masse des Meeres, links glitzerte im Mondenlicht der silberne Fluß, und weiterhin zuckte am Himmel ein breiter leuchtender Schein. Unter diesem lag in der Ferne die Stadt, in der er morgen schon wohnen und wirken sollte.
»Line!« rief er laut und ängstlich in unerklärlicher, aufsteigender Bangigkeit.
Aber nichts antwortete ihm.
Nur zwischen den nahen, glitzernden Fenstern glaubte er den weißen Schatten des Mädchens in das Innere des Hauses schlüpfen zu sehen.
Da brach auch bei ihm unvermittelt alle Überlegung zusammen. Die Trauer und den finsteren Ernst des Lebens, der dahinten lag und auf ihn lauerte, alles vergaß er. Er wollte nur die Kleine holen — nur sie überwachen, das unerfahrene Ding, das so hübsch auf seinen Knien gesessen. Noch fühlte er die heimliche Wärme. »Ja, nur sie holen.«
Ein paar leichte Sprünge.
Er war bereits jenseits der Brücke. Ganz nahe drang durch geschlossene Türen die Musik — hinter ihm versank still und schweigend die Stadt, in der er morgen einziehen und leben sollte.