Weil Ihre Leistung so riesenhaft ist, braucht man Ihre Vergangenheit nicht zu beschönigen!
MILLIARDÄR
Nicht zu — —?!
SEKRETÄR
Ihr Werk steht nur größer da!
MILLIARDÄR
Ich gebe es hin — — ich zahle mit meinem Reichtum — — ich verschenke mein Leben für ein anderes Leben!! Inbrünstig. Wer leiht mir seins, das hell ist vom ersten Tage an?! — — Im Sohn finde ich es nicht mehr — hinab! — — — — Wo winkt nun der Tausch, um den ich buhlte — im Fieber der Arbeit — in der Wut des Erwerbs — auf dem Berg meines unzählbaren Goldes?! — — — — In wen gehe ich unter — und verliere diese Angst und tosenden Aufruhr?! — — — — Wer hat ein Leben — glatt und gut — für meins?!!
SEKRETÄR
mit wachsender Ergriffenheit auf ihn niederblickend.
Ihr Sohn geht andere Wege. Die Enttäuschung ist bitter wie keine. Aber da es sich so tausendfach wiederholt, mutet es fast wie ein Gesetz an. Vater und Sohn streben voneinander weg. Es ist immer ein Kampf auf Leben und Tod. — — — — Nach einer Pause. Ich habe mich auch gegen meinen Vater aufgelehnt. Und obwohl ich fühlte, wie ich ihm wehetat, mußte ich ihn verletzen. — — — — Wieder nach einem Warten. Ich erkenne jetzt noch nicht, was mich trieb. Ich wollte mein Leben selbst versuchen — das wird schließlich wohl der Anlaß. Der Drang nach Unabhängigkeit wirkt stärker als alles andere. Nun lebhafter fortfahrend. Ich hatte ein Elternhaus, wie es selten zu finden ist. An eine wundervolle Jugend kann ich zurückdenken. Ich war einziger Sohn. Mutter und Vater teilten mir aus ihrem unendlichen Schatz von Liebe schrankenlos mit. In ihrer Hut sah und hörte ich nichts von den Widerwärtigkeiten eines groben Alltags. Es lag immer ein Lichtschein von Sonne in den stillen Stuben. Auch der Tod trat nicht zu uns. Die Eltern — für mich leben sie heute noch. Dann zog ich auf die kleine Universität — und der Trieb zur Selbständigkeit fing an, über mich Gewalt zu gewinnen. Ich löste mich los und ging in die Welt. — — Manche dunkle Stunde habe ich erlebt — es warf mich hierhin und dorthin — aber im Grunde konnte mich nichts erschüttern. Ich besaß ja das größte Gut, von dem man ohne Maß zehren kann: die lebendige Erinnerung an eine glückliche Jugend. Was später kam, wurden nur Wellen, die über einen See streichen, der klar den blauen Himmel spiegelt. So glatt und ungetrübt liegt meine reine Vergangenheit in mir ausgebreitet!