Möge die allseitige Theilnahme und Unterstützung, mit deren Hülfe es dem verdienstvollen Gründer unserer Anstalt, Freiherrn von und zu Aufseſs, gelang, das german. Museum als ein der Vorzeit des Gesammtvaterlandes gewidmetes Institut in’s Leben zu rufen und zu befestigen, unserer nationalen Anstalt nach wie vor fördernd zur Seite stehen; möge sie in immer höherem Maſse unseren Bestrebungen sich zuwenden, die nur darauf gerichtet sein können, das an der Urstätte deutschen Bürgerthums als Eigenthum der deutschen Nation erstandene, bisher glücklich durchgeführte Werk dieser seiner Eigenschaft immer entsprechender, des nationalen Charakters, den es vor allen ähnlichen Anstalten des Vaterlands voraus hat, immer würdiger zu gestalten!
Besonders erfreulich und ermuthigend ist es für uns, unsere Gönner und Freunde am Beginne einer neuen Periode, — denn eine solche, und wir wünschen von Herzen eine recht glückliche, ist mit der Erledigung der lange verhandelten Vorstandsfrage für das nationale Werk angebrochen, — nicht nur mit Wünschen, sondern auch mit mehrfachen angenehmen Nachrichten begrüſsen zu können.
Da haben wir denn zunächst zu melden, daſs Se. Kgl. Hoheit der Groſsherzog von Mecklenburg-Strelitz nach huldvollster Entgegennahme der neuesten Publikationen unserer Anstalt allergnädigst geruhete, dem germ. Museum auf weitere 3 Jahre eine jährliche Unterstützung von 50 Thlr. zuzusichern.
Hieran haben wir die weitere, höchst angenehme Mittheilung zu knüpfen, daſs die durch Erwerbung der freiherrl. v. Aufseſsischen Sammlungen uns erwachsene Schuld sich abermals um 200 fl. gemindert hat, indem Seitens des Stadtrathes zu Leipzig auf zwei bei der Aktiengesellschaft zur Unterstützung des german. Museums s. Z. hinterlegte Capitalien von je 100 fl. zu nurgedachtem Zwecke in geneigtester Weise Verzicht geleistet wurde. Gerade bez. dieser Angelegenheit, die wir der Betheiligung unserer Gönner und Freunde zu wiederholten Malen auf’s wärmste empfohlen haben, und die wir allen Patrioten hiermit von neuem an’s Herz legen, wird in unseren nächsten Chroniken, wie wir schon jetzt andeuten dürfen, noch sehr Erfreuliches zu berichten sein.
Auch unser neulich im Hinblick auf die nun in Angriff zu nehmenden Restaurationsarbeiten an den beiden Kreuzgängen, von denen der eine neu aufzuführen, der andere noch zu verglasen ist, in diesem Blatte vertrauensvoll ausgesprochener Wunsch hat bereits freundliches Gehör gefunden. Der in letzter Augustchronik angeführten Sendung von Butzenscheiben ist jetzt eine ähnliche Beisteuer aus Schw. Gmünd gefolgt, von wo unser dortiger Pfleger, Hr. J. Erhard, uns jüngsthin eine gröſsere Partie sog. Bortenscheiben hat zugehen lassen.
Den Sammlungen unseres Institutes, und zwar sämmtlichen Abtheilungen derselben, ist, abgesehen von den neuerdings eingegangenen Geschenken, manches Neue und Interessante auch dadurch zugeführt worden, daſs denselben mit dem Eintritte Prof. Essenwein’s das von diesem bisher Gesammelte als Depositum einverleibt wurde. Insbesondere ist dadurch die bisher nur sehr schwache Sammlung von geometrischen und perspectivischen Ansichten, Grundrissen u. s. w. deutscher Baudenkmale um einige tausend Blätter, die noch nicht vorhanden waren, vermehrt worden.
Neue Vertretung ihrer Interessen fand unsere Anstalt durch Errichtung einer Pflegschaft in Reichenberg in Böhmen.
An neuen Geldbeiträgen brachte der vergangene Monat noch folgende:
Aus Vereins-Kassen: Von der Liedertafel zu Göttingen 3 fl 30 kr., von dem Lese-Verein in Kl. Heilsbronn 1 fl. 12 kr., von der Gesellschaft Fortschritt in Stetten (Hohenz.-Hech.) 2 fl., von der Burschenschaft Germania in Tübingen 10 fl., und von der Studentengesellschaft Schottlandia daselbst 5 fl. (einm.)
Von Privaten: Aachen: Dr. Reumont 2 fl.; Amorbach (Bayern): Hirsch, Pfarrer in Schneeberg, 30 kr. (einm.), Kühlmann, k. Rentbeamter, 30 kr. (einm.), Schott, Intendant, 1 fl. (einm.), Schwarzmann, Apotheker, 30 kr. (einm.), Sopp, Studienlehrer, 30 kr. (einm.); Duisburg: Dr. O. Lange 1 fl. 10 kr.; Eſslingen: Benno Freiherr von Herman-Wain auf Wain 10 fl. (einm.); Hamm: Karl Hobrecker, Fabrikbesitzer und Kaufmann, 1 fl. 45 kr.; Hechingen: Sigmund Mayer 3 fl. 53 kr. (einm.); Murau: Alex. Setznagl, Abt zu St. Lambrecht in Steiermark, 11 fl. 40 kr.; Nürnberg: J. Rau, Kaufmann, 1 fl.; Pesth: Karl Morawetz, Beamter der Assicurazioni generali, 1 fl. 10 kr.; Pöſsneck (Sachsen-Meiningen): Chr. Fr. Bernhardt, Kaufmann, 1 fl., F. Büttner, Kaufmann, 1 fl., O. Diesel, Kaufmann, 1 fl., Joh. Christ. Eberlein, Kaufmann und Fabrikbesitzer, 1 fl., E. Mittelhäuser, Commerzienrath, 1 fl. 45 kr., Franz und Ernst Schmidt, Kaufleute, 1 fl. (einm.), Theod. Seige, Kaufmann, 1 fl. 45 kr. (einm.), H. Trautmann, Kaufmann, 1 fl. 45 kr. (einm.); Saatz: Jos. Nic. Melzer 1 fl. 10 kr.; Sulzbach: Sigm. S. Arnstein, Fabrikbesitzer und Kaufmann, 1 fl. 45 kr., Karl Schorn, pens. k. Lieutenant, 1 fl.; Ulm: J. Greger, Hauptmann vom k. 12. Infanterie-Regiment König Otto, in Neu-Ulm 1 fl., A. J. Maier, Kaufmann, 1 fl. 45 kr. (einm.).