Chronik des germanischen Museums.

Zu unserer innigsten Freude sind wir auch diesmal in der angenehmen Lage, unsern Monatsbericht mit einer Reihe der erfreulichsten Nachrichten zu eröffnen.

Selbst jenseits der dermaligen Grenzen unseres Vaterlandes, an die wir uns übrigens mit unseren der Erforschung und Veranschaulichung germanischer Vorzeit, germanischer Sitte und Gebräuche gewidmeten Sammlungen und Arbeiten unserer Anstalt ohnehin nicht binden können, der Unterstützung gewürdigt zu werden, ist für unser nationales Werk gewiſs ein höchst ehrenvolles Zeugniſs. Es wird deshalb allen unsern Gönnern und Freunden in hohem Grade erfreulich sein, heute zunächst zu hören, daſs der von des höchstseligen Königs der Belgier, Königs Leopold’s I. Majestät dem germanischen Museum als Schriftenabonnement seit Jahren gewährte Zuschuſs von jährlich 50 Franken, von dessen königlichem Nachfolger, König Leopold’s II. Majestät unserm Institute auch für die Zukunft in huldvollster Weise belassen worden ist.

Nächstdem haben wir unserer neulichen Mittheilung bez. der vom Stadtrathe zu Leipzig zum Zwecke des Ankaufes der freiherrl. v. Aufseſsischen Sammlungen uns gewordenen reichen Beihülfe heute die angenehme Nachricht folgen zu lassen, daſs zu eben gedachtem Zwecke auch von Dresden aus, der Geburtsstätte des germanischen Museums — denn dort gelangte am 17. August 1852 in der unter Vorsitz Seiner Majestät des jetzt regierenden Königs Johann von Sachsen tagenden Versammlung deutscher Geschichts- und Alterthumsforscher, die von Seite des Freiherrn Hans v. u. z. Aufseſs Jahre lang unablässig verfolgte Idee der Gründung eines deutschen Nationalmuseums zu ihrer Verwirklichung — ein gleicher Beitrag uns zugeflossen ist, indem der Rath genannter kgl. Residenz- und Hauptstadt, in erfreulichstem Einverständnisse mit dem Collegium der dasigen Stadtverordneten, zur Minderung der unserer Anstalt durch den Ankauf jener Sammlungen erwachsenen Schuld die Summe von 200 fl. in wohlgeneigtester Weise und unter der ermuthigenden Zusage uns zur Verfügung gestellt hat, auch in Zukunft gern jede Gelegenheit ergreifen zu wollen, die patriotischen Zwecke unserer Anstalt nach Kräften fördern zu helfen.

Möge das von den Städten Dresden, Leipzig und Heilbronn, die zum Ankaufe der freiherrl. v. Aufseſsischen Sammlungen zusammen die Summe von 500 fl. beisteuerten, gegebene Beispiel patriotischer Liberalität und deutschen Gemeinsinnes Seitens anderer Gemeindevertretungen des Vaterlandes durch recht vielfache Nachahmung die verdiente, die gebührende Anerkennung finden, dann wird die Schuld, deren Minderung eine Sache der Pietät für uns und deren Abtragung eine Ehrensache für die deutsche Nation ist, bald gänzlich ihre gewünschte Bereinigung gefunden haben.

Und wie von Dresdens Rath und Bürgerschaft in vorgedachter Beziehung uns treffliche Unterstützung geworden ist, so hat in dieser lieben Stadt auch eine andere, in diesem Blatte schon mehrfach zur Sprache gekommene Angelegenheit neuerdings wieder anerkennenswertheste Förderung gefunden, nämlich die von unserm 1. Sekretär, Dr. Erbstein, der nationalen Anstalt zugedachte unentgeltliche Ueberweisung der von ihm s. Z. dahier erstandenen Sammlung von Modellen ehemals reichsstädtisch nürnbergischer Kriegswerkszeuge. Wie wir sehr dankbar erkennen, ist dem Ankaufe dieser in mehrfacher Beziehung interessanten Collection zum ehrenden Gedächtniſs des verstorbenen, durch seine kunsthistorischen Sammlungen in weiten Kreisen bekannten und auch um unser nationales Institut verdienten kgl. preuſs. Generalmajors Freiherrn Carl Rolas du Rosey von dessen Tochter Freifräulein Clara Rolas du Rosey in Dresden der Betrag von 110 fl. gewidmet worden. Möge die neue, reiche Förderung, die hiemit einem zur Ausschmückung unseres nationalen Werkes begonnenen Unternehmen sich zugewendet, demselben noch weitere Betheiligung zuführen und somit die Hoffnung und der Wunsch, die Seitens des Deponenten jener Sammlung an deren Uebertragung in die Hallen unseres Nationalmuseums geknüpft wurden, in vollstem Maſse sich verwirklichen.

Bezüglich einer andern sehr erfreulichen Nachricht, die vom Vorsitzenden des unseren freundlichen Lesern bereits rühmlichst bekannten Mannheimer Hülfsvereins unseres Institutes, dem um unsere Anstalt schon hochverdienten und mit seltenem Glücke für uns wirkenden Herrn Prof. Dr. C. B. A. Fickler, uns neuerdings geworden ist, behalten wir uns vor, unseren Gönnern und Freunden in unserm nächsten Monatsberichte Mittheilung zu machen.

Von unseren Sammlungen hatten sich im letzten Monate hervorragender Zugänge die Bibliothek und das Antiquarium zu erfreuen. Ersterer giengen als Geschenk Sr. Excellenz des Herrn Generallieutenants Freiherrn Seutter v. Lötzen, Gouverneurs der deutschen Bundesfestung Rastatt, eine bedeutende Anzahl ihr noch fehlender Schriften zu; letzteres wurde auf Vermittlung des Herrn Rittmeisters v. Humbert in Aschersleben vom dortigen Hrn. Buchbindermeister Dahle mit einer Anzahl wohlerhaltener, bei dem Dorfe Frohse in Anhalt gefundener Urnen beschenkt.

Tiefbetrübt hat uns die Nachricht von dem am 18. März d. J. erfolgten Tode des kgl. pr. Archivrathes Dr. Lacomblet in Düsseldorf, um so mehr, als der Verstorbene, seit Januar 1859 Mitglied unseres Gelehrtenausschusses, an der Förderung unseres nationalen Institutes in wesentlicher Weise Antheil genommen hat.

In Schriftentausch mit uns ist neuerdings getreten: