33) In Ingolstadt hat sich unter dem Vorsitze des Rechtsrathes Fr. Ostermaier und des Stadtpfarrers Dr. Paulhuber ein historischer Verein gebildet, und zwar zur Sammlung von Urkunden und Denkmälern, zur Erforschung der Sprache, der Sitten, des Rechts, der Wirthschaft, Kunst und Wissenschaft, um die theils in Nebel gehüllte, theils verschwundene Geschichte dieser merkwürdigen Stadt und Umgegend wieder aufzuhellen und in erneuter Gestalt Allen zur Anschauung zu bringen.
(Mgbl. z. Bayr. Ztg.)
34) Dem auſserordentlichen Prof. Dr. phil. E. L. Dümmler in Halle hat die königl. Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen für seine „ Geschichte des ostfränkischen Reichs “ den dritten der durch die Wedekind’sche Preisstiftung für deutsche Geschichte ausgesetzten, von 10 zu 10 Jahren zu vergebenden Preis ertheilt.
(Ill. Ztg.)
35) Ein altes böhmisches Manuscript hat Prof. M. Kolař; im Rathhauskeller zu Tabor aufgefunden. Dasselbe stammt aus den hussitischen Zeiten, und sein vorzüglichster Werth besteht darin, daſs es 17 Pergamentblätter mit einem böhmischen Gedicht enthält, welches sich mit dem Leben der Böhmen beschäftigt. Nach dem Ausspruch des Direktors K. J. Erben soll dieses Gedicht um das Jahr 1330 entstanden sein und sich durch alterthümliche Sprachformen auszeichnen.
(Dies.)
36) Ed. His-Heusler in Basel hat zwei Sendschreiben des Baseler Rathes vom 19. November 1545 entdeckt, welche über den Sohn des Malers Hans Holbein d. J., von dem bisher nichts weiter bekannt war, Kunde geben. Er hieſs Philipp und war von seinem Vater zu Paris bei dem Goldschmied Jacob David, Bürger von Basel, in die Lehre gethan worden. Nach Ablauf der Lehrzeit will ihn sein Meister nicht entlassen und läſst ihn vom „Herrn Lütenant zu Pariſs“ in Recht nehmen; da nimmt sich der Rath von Basel des „guten frommen Jungen“ an. An einer Stelle wird als Philipp’s Vormund Frantz Schmid sein Bruder genannt, woraus hervorgeht, daſs Hans Holbein eine Wittwe geheirathet. Auch ist in den Schriftstücken von Philipp’s Vater „wylandt Hansen Holbein seligen“ die Rede, wodurch für die in England gemachte Entdeckung seines Todesjahres (1543) ein neuer Beweis der Richtigkeit gegeben ist.
(Zeitschr. f. bild. Kunst.)
37) Sieben Passionsbilder von Hans Holbein dem ältern, die Haupttheile eines groſsen Altarbilderwerks, das er gegen 1500 für das Dominicanerkloster in Frankfurt a. M. gemalt hatte, sind durch das Städel’sche Kunstinstitut daselbst von dem Hofrath Schäfer in Darmstadt, in dessen Besitz sie gelangt waren, wieder für Frankfurt erworben worden, nachdem sie der Stadt für eine längere Zeit verloren gewesen waren.
(Ill. Ztg.)