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Dieser Regenspurgische Gsundttrunckh scheint auf ein Glas eingraviert gewesen zu sein; der Segen darauf wurde dann von einem späteren Besitzer oder Besichtiger des Glases gedichtet. Ob das Glas wol noch vorhanden ist?

Der Spruch befindet sich in einem Manuscript in 8. des säkularisierten Klosters Sanct Veit an der Rott in Bayern; die Bibliothek dieses Klosters war merkwürdiger Weise bis vor wenigen Jahren in demselben verblieben, wo sie um eine unbedeutende Summe an einen Händler verkauft wurde, und, wie es scheint, nun in alle Welt zerstob. Einsender hat wenigstens dies Buch von einem auſserbayerischen Antiquar bezogen.

Gedachtes Manuscript ist vom Jahre 1656; der Spruch wurde jedoch von späterer Hand an einer leeren Stelle eingeschrieben.

Titel: „Libellus Pulchras Tragicomoedias continens, summo labore, summaque industriâ loca recreationis â me supra infrascripto conscriptus H
HH.“

Wer dieser infrascriptus ist, kann nicht ersehen werden, denn der Schluſs des Buches lautet nur:

„Finem huic imposui libello 2. die Augusti Anno 1656.“ „Compactus fuit iste libellus 3. die decembris Anni millesimi sexcentesimi, quinquagesimi sexti pro quo compingendo dedi viginti duos crucigeros et duos nummos.“ (Gepreſster Hornband mit Spangen.)

Die zehn lateinischen Tragödien und Dramen, gröſstentheils von Jesuiten, die genannt sind, gedichtet, füllen 1072 Octavseiten aus und wurden in den Jahren 1643–1653 zu Salzburg, Hall u. s. w. aufgeführt. — Die ersten und letzten Blätter enthalten einige halb deutsche, halb lateinische Studentenlieder; auch sind hie und da an leeren Stellen lateinische Gedichte eingeschrieben.

H.—ff.

Fußnote:[A] eben — d. h. ebene, hat hier wol die Bedeutung von: ausgleiche oder sühne.