13) Xylographische und typographische Incunabeln der königlichen öffentlichen Bibliothek zu Hannover. Beschrieben von Eduard Bodemann, königl. Rath und Secretär der königl. öffentlichen Bibliothek zu Hannover. Mit 41 Platten typographischer Nachbildungen der Holzschnitte und Typenarten und 16 Platten mit den Wasserzeichen des Papiers. Hannover, 1866. Hahn’sche Hof-Buchhandlung. 2. 130 Stn. So lange eine wissenschaftliche Disciplin im Entstehen ist und es sich noch darum handelt, Material herbeizuschaffen, muſs eine Betrachtung desselben auch nach zufälliger räumlicher Ansammlung um so mehr gerechtfertigt erscheinen, je reicher die letztere ist und je mehr Seltenheiten sie enthält. Die vorliegende Schrift bespricht 246 Druckwerke aus dem Zeitraume bis 1500, und zwar mehr oder weniger ausführlich, je nachdem der Verfasser auf die bibliographischen Werke von Hain, Panzer, Ebert u. s. w. Bezug nehmen konnte, oder daran zu berichtigen und hinzuzufügen hatte. Das letztere ist in nicht geringem Maſse geschehen und namentlich die Abhandlungen über die zu Hannover befindlichen Ausgaben der hauptsächlichsten xylographischen Incunabeln, der Biblia pauperum, des Speculum hum. salvationis und der Ars moriendi sind zu ziemlich umfangreichen Abhandlungen angewachsen. Die Anordnung des Stoffes ist die chronologische unter Zusammenstellung der Druckwerke, welche ohne Angabe des Ortes und der Zeit sind. Ein angefügtes Register der besprochenen Bücher nach alphabetischer Ordnung der Druckorte genügt dem Bedürfnisse nach dieser Richtung. Als wesentlicher Bestandteil der Veröffentlichung sind die in reichem Maſse gegebenen facsimilierten Nachbildungen von Druck- und Holzschnittproben hervorzuheben — nach einer Bemerkung im Vorwort nicht auf dem bisher zu Gebote stehenden xylographischen oder lithographischen, sondern auf typographischem Wege hergestellt, — denn die genaueste Beschreibung muſs Manches unerörtert lassen, was der in gutem Facsimile gebotene Augenschein an’s Licht stellt und der Vergleichung bereit legt; — wie in unserm Falle die mitgetheilten Proben es auſser allem Zweifel setzen, daſs das Alter der frühen Holzplattendrucke bisher viel zu hoch angenommen ist und über die Mitte des 15. Jahrhunderts wenig und selten hinausgeht. Die bisher nur in der Kupferstichkunde in Anwendung gebrachte Betrachtung der Papierzeichen auch auf dem in Rede stehenden Gebiete einzuführen, ist gewiſs ein glücklicher Gedanke. — Eine folgende Beschreibung der Handschriften auf der genannten Bibliothek ist in nahe Aussicht gestellt und würde, in gleicher Weise durchgeführt, hochwillkommen gehalten werden müssen. 14) Ornamentik für Kunst und Gewerbe nach Originalien im königl. bayer. Kupferstich-Kabinet zu München, von Dr. J. H. v. Hefner-Alteneck und Friedrich Petri. Lief. 1. München, 1866. In Commission der M. Rieger’schen Univers.-Buchhandlung (G. Himmer). Selbstverlag der Herausgeber.

Die praktische Richtung unserer Zeit strebt darnach, Alles zum Gemeingute zu machen. Das Kunstgewerbe, ein eigentlich ganz neuer Begriff, wird von allen Seiten geschult und gemeistert, und so bedarf es der Lehrmittel, die in so reichem Maſse in den Museen schlummern. Der Alterthums- und Kunstforscher soll das Material sichten und ordnen; da er aber nicht in Original alles vor sich auf seinem Studiertisch haben kann, so bedarf er einer Vermittlung; es muſs ihm ebenso recht zugänglich gemacht werden, wie dem schaffenden Künstler und Gewerbsmann, der nicht stets geschwind in ein Museum laufen kann, um sich Motive zu holen. Da hat denn die Photographie die groſse Aufgabe erhalten, zu vermitteln und das in Copie zum Gemeingut zu machen, was in Original nur wenige besitzen können. Diesem Streben hat nun auch das königl. Kupferstichkabinet in München sein Recht werden lassen, und der Vorstand desselben, dessen werthvolle Publicationen längst ein Stolz und eine Zierde der archäologischen Literatur Deutschlands sind, Prof. v. Hefner-Alteneck, hat im Verein mit Baurath Petri unter dem Titel „ Ornamentik für Kunst und Gewerbe “ begonnen, die ornamentalen Kupferstiche des 15. und 16. Jahrh. aus dem königl. Kupferstichkabinet in trefflichen Photographieen zu veröffentlichen.

Bereits liegt das erste Heft vor, das 6 Blätter umfaſst, die nach Stichen von Heinrich Aldegrever (+ 1562), Peter Flötner (+ 1546), Israel von Mekenen (1480–1500), der Maître au dé (1512–1570), Joh. Theod. de Bry, (+ 1623), Augustino Venetiano de Musi (geb. 1490) aufgenommen sind und die spätere Gothik, sowie die Renaissance repräsentieren. Die Auswahl ist so getroffen, daſs den mannigfachsten Bedürfnissen Rechnung getragen ist; die Ausführung der Photographieen so vortrefflich, daſs sie für das Studium die Originalblätter vollkommen ersetzen. Wir hoffen, bald durch die Herausgabe des zweiten Heftes erfreut zu werden.

E.

Aufsätze in Zeitschriften.

Das Ausland: Nr. 18. Neue Aufschlüsse über die Bronzezeit Mittel- und Nordeuropas.

Das illustr. Buch der Welt: Nr. 7, S. 193. Freiburg im Uechtland. — S. 194. Bilder aus Tyrol. 1. Landeck.

Daheim: Nr. 34. Das Koller König Gustav Adolph’s im Zeughause zu Wien. (Georg Hiltl.)

Erheiterungen am häusl. Herd: 5. Heft, S. 187. Die Prinzessin von Ahlden. — S. 191. Schultheiſs Wengi von Solothurn und die Glaubensspaltung. — S. 192. Die Kirche im ehemaligen Kloster Lorch und die Hohenstaufen-Gräber. — S. 199. Die heiligen drei Könige im Elsaſs.

Europa: Nr. 21. Böhmische Getreidesagen.