B. nur mit
Wappen-Helmen
oder
Helmschmuck
1. im Siegelfelde.
2. in einem Schilde.
C. mit
vollständigen
Wappen
(d. h. Schild mit Helm oder Krone).
Ein solches System muſs umfassend und doch dabei möglichst einfach sein. Beiden Anforderungen entspricht unser sphragistisches System.
Dasselbe umfaſst alle nur erdenkbaren Gattungen von Siegeln, und alle lassen sich, meist mit Leichtigkeit[G], nach demselben eintheilen und bestimmen.
Der Reihenfolge der vier Haupt-Gattungen ist so ziemlich die chronologische Ordnung der Einführung der verschiedenen Siegelgattungen zu Grunde gelegt. Die Schrift-Siegel und die Bild-Siegel waren die ältesten Gattungen[H]; dann kamen die Porträt-Siegel[I] und zuletzt erst die Wappen-Siegel[J].
Es ist bekanntlich in mehrfacher Hinsicht höchst wichtig, wird aber leider nur zu oft versäumt, — Exempla sunt odiosa! — die Siegel mittelalterlicher Urkunden diplomatisch genau abzubilden und richtig zu beschreiben. Wenn aber auch Abbildungen davon mitgetheilt werden, was, wo möglich, (wenn auch nur in leichten Conturen) geschehen sollte, ist es doch wünschenswerth, auch über Stoff und Farbe der Siegel und ihre Befestigungsart Nachricht zu erhalten.
Viele der bisher gebrauchten Bezeichnungen der Siegel sind nun aber nicht nur unlogisch und unrichtig; sondern auch viel zu unbestimmt, und somit die Ursache häufiger Miſsverständnisse.
Es ist doch gewiſs unlogisch, die Siegel das eine Mal nach ihrer äuſseren Form (Herz-, Schild-, Spitz-Siegel etc.), oder sogar nach der Fassung der Stempel (Ring-Siegel), oder nach ihrem Bilde (Helm-Siegel) zu benennen, das andere Mal nach ihren Inhabern, und zwar in den verschiedensten Beziehungen zu deren Geschlecht und Stand (Damen-, geistliche, Majestäts-Siegel), zu der Art ihrer Darstellung (Reiter-, Fuſs- und Thron-Siegel), und sogar zu der dem Siegel-Bilde zu Grunde liegenden Absicht (Votiv-Siegel).
Unrichtig sind doch gewiſs die Bezeichnungen Majestäts- und Thron-Siegel, wenn sie, wie so häufig, von solchen gebraucht werden, wo von einer Majestät des Inhabers und einem Thron im Entferntesten nicht die Rede ist.