Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg: Nr. 27. Der heilige Vincenz von Paula.
Bayer. Zeitung: Mgbl. Nr. 162. Aus dem oberfränkischen Sagenkreise. Die weiſse Frau und Kloster Himmelkron. — Nr. 165 ff. Zur Geschichte der Universität Ingolgtadt am Ausgang des 15. Jahrhunderts. (Aug. Kluckhohn.) — Nr. 170 f. Zwei Beiträge zur Familiengeschichte der Freiherren Schertel von Burtenbach. (C. W. Neumann.) — Nr. 172 ff. Wie man im pfalz-neuburgischen Hause Lauingen Hochzeit hielt. Culturgeschichtliches Bild. (Dr. A. Birlinger.) — Nr. 180 und 181. Georg Wilhelm von Brandenburg und eine Kartenschlägerin. — Nr. 187 und 188. Redensart: Auf ihn, er ist von Ulm! (Dr. Birlinger.) — Nr. 193. Eine Kepler-Anekdote.
Leipziger Zeitung: Wissensch.-Beilage. Nr. 43 ff. Zur Geschichte der nordfranzös. Dichtkunst im 12. Jahrh. — Nr. 49. und 50. Die Faustsage.
Vermischte Nachrichten.
69) In der Sitzung der philosophisch-historischen Classe der kais. Akademie der Wissenschaften in Wien vom 13. Juni wurden von Dr. Beda Dudik „ Statuten der Prager Metropolitankirche vom Jahre 1350“ vorgelegt. Diese bis jetzt unbekannt gebliebenen Statuten sind von nicht geringer Wichtigkeit, was schon daraus hervorleuchtet, daſs sie einen wesentlichen Beitrag liefern zur Geschichte der Erhöhung des Prager Bisthums zu einem Erz bisthum. Genommen wurden sie aus der einzigen bis jetzt bekannten Pergamenthandschrift vom Jahre 1403, welche in Nikolsburg liegt. — In der Sitzung vom 20. Juni wurde der Jahresbericht über die Thätigkeit der Commission zur Herausgabe österreichischer Weisthümer erstattet. Auch im abgelaufenen Jahre hatte das Unternehmen einer lebhaften Theilnahme und Unterstützung sich zu erfreuen. Die Zahl der Orte Niederösterreichs, von welchen bereits Urkunden vorlagen, ist um 60 vermehrt worden. Auch Oberösterreich hat verschiedene Beiträge geliefert, namentlich der Verwaltungsausschuss des Museum Francisco-Carolinum in Linz Anzeige von den dort aufbewahrten Schätzen gemacht. Vornehmlich hiedurch ist das Vorhandensein von Taidingen aus 28 Orten zur Kenntniſs der Commission gekommen. In Salzburg waren es vorzüglich die Sendungen des Landesauschusses, ferner die von Pfeiffer im S. Petersarchiv und in der Centralregistratur vorgenommene Nachlese, endlich die begonnene Ausbeute des im k. k. geheimen Haus-, Hof- und Staatsarchiv verwahrten salzburgischen Kammerbuches Nr. 4, wodurch die schon vorhandenen Taidinge einen Zuwachs aus 19 Orten erhalten haben. Von der Ausbeute aus Tirol und Voralberg, welche fast ausschlieſslich den Bemühungen Pfeiffer’s zu verdanken ist, war schon in einer früheren Mittheilung die Rede. Auch von andern Seiten fehlte es an tirolischen Beiträgen nicht, so daſs die Commission binnen kurzer Zeit in den Besitz einer Sammlung von Taidingen aus 39 Orten gelangte. Auſserdem hat Prof. Zingerle, mit der planmäſsigen Durchforschung der Archive und Gemeindetruhen beauftragt, bereits Taidinge aus nicht weniger als 24 Orten in sichere Aussicht gestellt. Für Steiermark hat die Ausbeute des Joanneum-Archivs in Gräz bis jetzt Taidinge von zwei Orten ergeben.
70) Der Graf von Mayencourt, ehemaliger Pair von Frankreich, gedenkt verschiedene Korrespondenzen und Dokumente herauszugeben, die er in den Archiven Stockholms, Wiens und Venedigs gefunden hat und die sich sämmtlich auf den 30jährigen Krieg, sowie den westphälischen Frieden beziehen. Nach einer Schilderung der Lage Deutschlands und der nordischen Mächte seit dem 16. Jhdt. folgen Briefschaften und sonstige Manuscripte von Wallenstein, Gustav Adolf, Oxenstjerne, Grotius, Trautmannsdorf, Contarini u. A. Die meisten dieser Urkunden sind bisher unediert.
(Europa.)
71) In mantuanischen Archiven sind durch den französischen Schriftsteller Armand Bachet Briefe von Peter Paul Rubens, sowie Dokumente in Bezug auf denselben gefunden worden, welche über seinen italienischen Aufenthalt beim Herzoge Gonzaga und über seine spanische Reise, in des Genannten Auftrag unternommen, ein helles Licht verbreiten und auch allgemein die damaligen Zustände illustrieren.
(Dies.)
72) Der Alterthumsverein zu Mannheim hat eine interessante Erwerbung in einem Steinbilde gemacht, das zu Ladenburg, dem alten Lupodunum, ausgegraben worden ist und somit eines der ersten Denkmale der Römerherrschaft auf dem rechten Ufer des Mittelrheins gewesen sein dürfte. Es ist ein ungefähr 2 Meter langes und eben so hohes Standbild, aus buntem Sandstein ziemlich roh gearbeitet, das einen Reiter in Imperatorentracht, mit kurzer Tunica, bloſsen Beinen und Kriegerhalbstiefeln darstellt, der über einen am Boden liegenden Mann hinsprengt, dessen Hände und Füſse in Flossen ausgehen. Der Reiter ist oben einigermaſsen verstümmelt. Das Bild mag wol über einem Gelübdenstein angebracht gewesen sein. Aehnliche Darstellungen befinden sich im Antiquarium in Mannheim und zu Speier, deren Zusammengehörigkeit sich nicht in Abrede stellen läſst. Mit Berücksichtigung einer von Eckhel veröffentlichten Münze ist anzunehmen, daſs das Steinbild den Kaiser Domitian darstellt, wie er im Kriege mit den Chatten den Rhein überschreitet, als „Rhenidomitor“, wie Martial ihn nennt.