Bayer. Zeitung: Morgbl. Nr. 229. Eine historische Ohrfeige. — Nr. 231 ff. Das Lauinger Passionsspiel. (A. Birlinger.) — Schreiberwitze und Schreibervolk (nach alten Handschriften.) — Nr. 236. Historische Miscellen (ein Duell im 15. Jahrh.; Herzog Wilhelm’s V. Projekt, in München den Sitz eines Bisthums zu errichten; Friedrich III. als Kinderfreund zu Nürnberg). — Nr. 238. Die Verbindung des Rheins und der Donau, beabsichtigt im J. 1656. (J. Baader.) — Nr. 241. Das Kloster Lorch und das Erbbegräbniſs der Hohenstaufen.
Leipz. Zeitung: Wissenschaftl. Beil. Nr. 65. Zur Geschichte der Glasmalerei.
Vermischte Nachrichten.
80) Ueber die am Dome zu Köln stattgefundenen Nachgrabungen nach römischen Ueberresten ertheilt ein eingehender Artikel von H. Düntzer Auskunft. Das älteste römische Gebäude, von welchem sich Spuren finden, ist jedenfalls durch Feuer zerstört worden. Mehrere noch im Boden stehende Pfeilerstücke sind nahe an demselben abgebrochen und zeugen von der Wirkung des Feuers. Man hat in diesen Räumen auch ein tiefgehendes, rundes Loch entdeckt, das einer Cisterne angehört zu haben scheint; daselbst wurden manche Reste des römischen Alterthums, z. B. ein Theil einer Marmorbekleidung, gefunden. Nach der Zerstörung dieser ältern Anlage hat man über den Schutt derselben einen ganz neuen Boden gelegt, worauf dann das zu Tag liegende Bassin, das nur ein frigidarium gewesen sein kann, gesetzt wird. Diese zweite Anlage zeigt gleichfalls römisches Material und römische Bauart; es kann jedoch nicht entschieden behauptet werden, daſs sie nicht schon in die älteste fränkische Zeit hineinreiche. Die im Schutte gefundenen römischen Münzen gehen bis auf Kaiser Valens herab. Auch sonst wurden mancherlei Antiquitäten, als: Nadeln, Ringe, Sonden, Griffel u. s. w., ausgegraben. Das Allerwichtigste ist jedoch ein in der Nähe des Bassins gefundener Stein mit einer Inschrift, die nach den unzweifelhaft sich ergebenden Ergänzungen also lautet: „(Mer)curio August(ales) imperatoris Titi Caesari(s Augusti) templum a fundament(is et mace)riem in circumitu et aedificiis.“ Der Schluſs, der den Bau des Tempels aus eigenen Mitteln bezeichnet haben mag, fehlt. Die Inschrift scheint auf Pfeilern, wol über dem Eingang des Tempels, gestanden zu haben. Ganz in der Nähe fand man das Reliefbild eines Gottes, vielleicht des Merkur, das gleichfalls am Eingang angebracht gewesen sein mag. Mit fast unzweifelhafter Gewiſsheit hat sich hieraus die Thatsache ergeben, daſs unter Kaiser Titus in dieser Gegend ein von den Augustales, einer halb priesterlichen Behörde, geweihter Tempel des Merkur mit Nebengebäuden und einer anschlieſsenden Mauer gestanden. Die weitere Verfolgung der Grundmauern des mittelalterlichen Gebäudes hat das merkwürdige Ergebniſs geliefert, daſs dieselben sich bis unter den Domchor hinziehen. Auch der in diesem Frühjahre entdeckte römische Thurm, in welchen im Jahre 1247 eine Thür gebrochen ward, ist nun untersucht und bis zum Boden ausgeleert worden, der sich etwa 6 Fuſs unter der Sohle der Trankgasse fand, wogegen der kürzlich aufgefundene nächstgelegene Römerthurm der Sohle ziemlich gleich liegt. Jener Thurm ergibt sich als Halbthurm. In dem ganz mit Bauschutt ausgefüllten untern Theile fanden sich auch mehrere Thierreste, eine Menge römischer Thonscherben, einige kleinere Krüge und eine Münze Hadrians.
(Ill. Ztg.)
81) Bei einer Restauration der Dominikaner-Klosterkirche zu Aarhuus stieſs man kürzlich unter dem Fuſsboden auf einen Grundstein von 3½ Ellen Länge, welcher, nachdem er herausgenommen worden war, eine Runeninschrift zeigte. Die Alterthumskundigen sind mit der Deutung der Schrift beschäftigt.
(Korr.)
82) Der Rathhausumbau in Danzig hat dieser alten Seestadt ein prächtiges Denkmal bester gothischer Baukunst zurückgegeben, das in seiner jetzigen Vollendung dem Kunst- und Bauverständigen einen angenehmen An- und Einblick gewahrt. Diese Verschönerung hat die Stadt dem Eifer des Oberbürgermeisters v. Winter zu danken, der bei seinem Amtsantritt das Bauwerk in einem verwahrlosten Zustande, durch planlose Bedürfniſsbauten vielfach entstellt, vorfand. Nun treten überall die ursprünglichen Verhältnisse und Formen rein und schön hervor; eine nicht geringe Anzahl trefflicher Kunstwerke, namentlich Holzschnitzereien, seither in der Stadt zerstreut, haben in den Räumen des Rathhauses zweckmäſsige Verwendung in würdiger Umgebung gefunden, und Decken und Wandgemälde strahlen wieder in neuer Frische.
(Ill. Ztg.)
83) Die beiden Thürme des Regensburger Domes wurden diesen Sommer, unaufgehalten vom Kriege, bis zu den Helmen vollendet. Am Ludwigstage fanden die üblichen Hammerschläge auf die ersten Steine des südlichen Thurmhelmes statt, und das ganze Werk dürfte im Jahre 1868 bis zu den Kreuzblumen gediehen sein.