Das Sp. 22 f. des diesjährigen Anzeigers erwähnte Werk des Wilhelm von Boldensele ist schon von Canisius herausgegeben, neuerdings aber von C. L. Grotefend in der Zeitschrift des hist. Vereins für Niedersachsen, 1852, S. 209–286.
Ueber den ebendas. Sp. 80 von Prof. Haase gesuchten Ludolf von Hildesheim ist Rockinger in den Quellen zur bayer. und deutschen Geschichte, IX, 1, 349–358 zu vergleichen.
Sp. 89 f. ist von einer Abgabe geredet, welche die Juden zu Naumburg unter dem Titel „de stola“ zu zahlen gehabt hätten. Um den ohnehin schon schwer genug belasteten Juden des Mittelalters nicht eine neue Last bleibend aufladen zu lassen, bemerke ich, daſs ohne Zweifel „ de scola “ zu lesen und ein Zins von der Judenschule gemeint ist.
Heidelberg.
Wattenbach.
19) Nachricht auf die Anfrage in Nr. 4 des Anzeigers, Sp. 159.
In der königl. öffentl. Bibliothek zu Hannover befindet sich: Froissart, Chronique de France etc. Part. III et IV. Pergamenthandschrift des 15. Jahrhunderts, 2 Bände in Folio von 222 und 204 Bll., mit fein gemalten und mit Gold ausgelegten Initialen, die Titelblätter mit vortrefflicher Arabesken-Malerei; in P. IV, Bl. 1a ein gröſseres Bild.
P. III. incipit: „Cy commence la tierce partie des croniques Sire Jehan Froissart qui contient les nouvelles guerres de France, Dangleterre, despagne et dytalie. Et parle premierement comment Sire Jehan Froissart se partit de France pour aller pardentue le conte de Foix et la maniere de son voyage“ etc.
Explicit Bl. 217a mit dem Capitel: „Comment certains deputes et sages hommes pout parlerent et prendrent vues treues a durer trois ans entre les françois et les anglois“ etc.
Bl. 219a-222b: „La table des rubriques“.