Illustr. Zeitung: Nr. 1216. 1218. Deutschlands Wappensage. Ritter und Edle.
Leipziger Zeitung: Wissenschaftl. Beil. Nr. 81–84. Eine Hungersnoth im J. 1719 und 1720. Zur Geschichte der Theuerungspolitik.
Vermischte Nachrichten.
91) Am 14. October fand die Wiedereinweihung der ehemaligen Klosterkirche zu Heilsbronn statt, nachdem die auf Anregung des Königs Friedrich Wilhelm IV. von Preuſsen von der k. bayer. Staatsregierung angeordneten Restaurationsarbeiten waren vollendet worden. Von dem etwas über 100 Schritte langen Kirchengebäude ist das Langhaus (dessen Haupt- und nördliches Seitenschiff mit ihrem von je 5 kräftigen Säulen getragenen Rundbogenbau, gleich dem Querschiff flachgedeckt, dem romanischen Baustil angehört, während das südliche, von zierlicheren Pfeilern getragene Doppelseitenschiff gothisch gewölbt ist) durch ein Gitter abgeschlossen und enthält die Grabmäler der hohenzollern’schen Ahnen u. s. w. Das Querschiff und der sich an dasselbe anschlieſsende Chor ist für den Gottesdienst der Gemeinde bestimmt. Nach dem Einweihungsakt verlas der k. preuſs. Abgeordnete, Graf v. Stillfried, die Urkunde, kraft welcher König Friedrich Wilhelm IV. von Preuſsen der Kirche eine Stiftung im Betrage von 12,000 Thlrn. zuwendet.
(Fr. Ztg.)
92) In der Bayengasse zu Cöln ist im Hofe des Kaaf’schen Hauses beim Graben einer Latrinengrube in einer Tiefe von 9 Fuſs ein römischer Sarg mit einem Skelet gefunden worden. Der Sarg war aus 6 Platten von grobkörnigem Sandstein zusammengesetzt; die Leiche lag mit dem Kopfe gegen Westen. Am Kopfe standen ein dickbauchiges Fläschchen und eine Schale von Glas, an den Füſsen zwei Fläschchen und eine zierliche gläserne Urne mit 3 Henkeln. Der Boden, worein der Sarg gesenkt worden, ist reiner Lehm, und es ist anzunehmen, daſs er sich aus Ablagerungen von früheren Rheininundationen gebildet hat. Nach unzweifelhaften Anzeichen hat zur Zeit der Römer ein Rheinarm westlich von der Fundstelle seinen Lauf gehabt, und es entsteht dadurch die Hypothese, daſs zu der Zeit, als der in Rede stehende Sarg eingesenkt wurde, sich an dieser Stelle eine Rheininsel befunden haben mag. Der Fund ist also für die Aufhellung der topographischen Verhältnisse der alten Colonia von Bedeutung.
(Ill. Ztg.)
93) Am 7. November wurde in Salzburg ein römischer Mosaikboden ausgegraben, der blos 1½ Schuh unter dem Erdboden lag. Der Fundort ist der Hofraum des im Caiviertel (Civitas Caji) befindlichen Residenzgebäudes der ehemaligen Fürstbischöfe vom Chiemsee. Die bis jetzt bloſsgelegten Fragmente bilden zum Theil concav eingedrückte Flächen mit einer aus geometrischen Figuren gebildeten, kleingewürfelten, mehrfarbigen Ornamentik. Bei vorgenommener Waschung einer dieser Flächen trat ein von einer Ornamentenzeichnung, in welcher namentlich ein schwarz ausgeführtes Herz auffällt, eingerahmtes schönes Mosaikbild hervor, welches die Entführung der Europa darstellt. Das ganze Bild dürfte 1½ Schuh in der Länge und 1 Schuh in der Höhe messen. Die Mosaiksteinchen scheinen in eine Art Mörtelsubstanz eingelegt, die unmittelbar auf dem Erdboden aufliegt.
(Allg. Ztg.)
94) Einen Topf mit Silbermünzen aus dem 16. Jahrhundert fand eine Frau zu Czarnikau, Regierungsbezirk Bromberg, beim Anlegen einer Kartoffelgrube. Viele dieser Münzen haben die Gröſse eines Thalers, die meisten die von Viergroschenstücken; der ganze Fund wiegt 25 Pfund.