Mit Freuden haben wir da zunächst zu melden, daſs Se. Hoheit, Herzog Ernst von Sachsen-Altenburg gnädigst geruhte, dem german. Museum aus der herzogl. Staatskasse eine abermalige Beihülfe von 100 Thlrn. reichen zu lassen.

Nächstdem minderte sich die unserer Anstalt durch die Erwerbung der freiherrl. v. Aufseſsischen Sammlungen erwachsene Schuld auf’s Neue um 200 fl., indem als auſserordentlicher Beitrag zu diesem Zwecke auf allerhöchsten Befehl Seiner Königl. Hoheit des Groſsherzogs von Hessen die Summe von 100 fl. uns zugieng, und Se. Durchlaucht, Fürst Günther von Schwarzburg zu Rudolstadt der in unserer Augustchronik besprochenen fürstlichen Stiftung schon jetzt ein weiteres gnädigstes Geschenk von gleichfalls 100 fl. zu eben diesem Zwecke uns zuzuwenden geruhte.

Das unten folgende Verzeichniſs der jüngst verwilligten Geldbeiträge läſst, zum Theil schon in Folge neuerrichteter Pflegschaften, deren wir auch heute eine gröſsere Anzahl aufzuführen in der angenehmen Lage sind, einen erfreulichen Zuwachs erkennen; namentlich ist die Betheiligung deutscher Gemeindevertretungen und deutscher Vereine und Genossenschaften an der Förderung unseres nationalen Institutes augenfällig im Steigen.

Von Geschenken, die unseren Sammlungen neuerdings zugiengen, haben wir hier hervorzuheben: ein Exemplar des prachtvoll ausgestatteten Werkes von Bodemann „Xylographische und typographische Incunabeln der k. öffentlichen Bibliothek zu Hannover“, das wir als ein weiteres allergnädigstes Geschenk Sr. Majestät des Königs von Hannover unserer Bibliothek einzureihen hatten; was sodann die Kunst- und Alterthumssammlung betrifft: einen Gypsabguſs der im Oberbayer. Archive f. vaterl. Gesch. 1851/52 besprochenen interessanten Ingolstatter Inschrift, den wir der Güte des dortigen Herrn Magistratsrathes Berthold verdanken, sowie ferner vom Magistrate der Stadt Herford sehr willkommene Abdrücke der dort noch vorhandenen alten Siegel- und Münzstempel. Wie von Seiten des in unserer letzten Chronik genannten Magistrates der Stadt Burg, so sind uns neuerdings, wie wir mit Dank hier zu berichten haben, auch von den Magistraten der Städte Königsberg und Culm in Preuſsen Verzeichnisse der in ihren Archiven befindlichen Urkunden zugestellt worden.

In dem am 4. Januar zu Wetzlar in hohem Alter verstorbenen und in den weitesten Kreisen betrauerten, um historische Forschung hochverdienten Stadtgerichtsdirektor a. D. Dr. Paul Wigand hat auch unsere Anstalt einen vielfach bewährten, treuen Freund verloren. Dem Gelehrtenausschusse unseres Institutes gehörte der Verstorbene seit dem 14. Febr. 1854 an.

Einen weiteren hochverehrten Freund unseres Instituts, der namentlich auch hier in Nürnberg selbst an der Förderung unserer Bestrebungen in regster Weise Antheil genommen hat, verloren wir in dem durch seine tüchtigen Arbeiten um die vaterländische Geschichte hochverdienten Senior der philosophischen Facultät der Universität Leipzig, Professor Dr. jur. et phil. Ernst Wilhelm Gottlieb Wachsmuth, der im 82. Jahre seines Lebens, im 55. seines Doktorats und nach zurückgelegtem 100. Semester erfolgreichster akademischer Lehrthätigkeit zu unserem und aller seiner Freunde und Schüler innigstem Leidwesen am 23. Januar verschieden ist. Mitglied des Gelehrtenausschusses unserer Anstalt war der Verstorbene seit dem 1. März 1855.

Seinen Austritt aus ebengedachtem Ausschusse hat uns Herr v. Retberg auf Wettbergen in München angezeigt.

Weitere Vertretung unserer Interessen fanden wir durch Errichtung neuer Pflegschaften in Hammerstein (Preuſsen) und in Vicenza, sowie in den bayerischen Ortschaften: Aichach, Amorbach, Dachau, Immenstadt, Kandel, Kissingen, Landshut, Mühldorf, Neunburg v. W., Rottenburg, Scheſslitz, Schöllkrippen, Selb, Türkheim, Uffenheim, Volkach und Waldkirchen.

An neuen, während der letzten 4 Wochen uns angemeldeten Geldbeiträgen haben wir, auſser den oben bereits angeführten, noch zu verzeichnen:

Aus öffentlichen und Vereins-Kassen: Von der Bürgermeisterei Engers (Preuſsen) 2 fl., vom Magistrate zu Herford (Preuſsen) 8 fl. 45 kr. (einm.), vom Magistrate zu Mülheim a. d. Ruhr 3 fl. 30 kr. (einm.), von der Gemeinde Sinsheim (Baden) 5 fl., von der Stadtgemeinde Velden (Bayern) 1 fl., von der Stadtgemeinde Winnenden (Württemberg) 4 fl. (einm.) und vom Stadtrathe zu Waldenburg (Sachsen) 3 fl. 30 kr. (auf 5 Jahre); ferner von den württemb. Landkapiteln Neckarsulm 10 fl. (einm.) und Oberndorf 5 fl. (einm.); sodann vom Turnverein zu Baden (Oesterreich) 2 fl. 27 kr. (einm.), vom Männergesangvereine zu Cassel 3 fl. 30 kr., von der Mittwochsgesellschalt in Eschenau (Bayern) 4 fl., von der Turngemeinde Heidenheim (Württemberg) 2 fl. (einm.), vom Bürgervereine in Stralsund 8 fl. 45 kr., von der Bürgergesellschaft Ulm 3 fl. (einm.), vom Verschönerungsvereine zu Velden 15 kr., von der Gesellschaft Concordia in Weiſsenburg a. S. 2 fl., vom Leseverein daselbst 3 fl., vom Liederkranze und vom Turnvereine daselbst je 1 fl. 45 kr. und von der Gesellschalt „Tivoli im Fichtelgebirge“ zu Wunsiedel 1 fl.