(Dies. Nr. 1300.)

64) Das Genfer National-Institut hat die historische Monographie „ Ueber den Ursprung der schweizerischen Eidgenossenschaft “ von Jul. Hugo Hungerbühler aus St. Gallen, z. Z. Cand. jur. in Heidelberg, mit dem ersten Preise von 600 Frcs. gekrönt und dieser französisch geschriebenen Concursarbeit die Ehre des Druckes in seinen Annalen zuerkannt.

(Dies. Nr. 1298.)

65) Den Nürnbergern haben wir — schreiben die Schles. Provinzialbl. in ihrem Märzheft — einen Landsmann namhaft zu machen, der hier (in Breslau ) begraben ist und ein ungemein trefflich gearbeitetes Denkmal von feinem Sandstein auf der Wetterseite des Domes besitzt. Es stellt die so beliebte „Gregoriusmesse“ dar. Der Stifter kniet rechts und hat als Wappen auf spätgothischem Schilde einen gekrönten Vogel. Erdmann (Beschreibung des Domes, 22) konnte die saubere Minuskelschrift nicht lesen, sie lautet: Anno do’ 1506 am obent erhebunge des heiligen creuczis ist gestorben der Erbar Hans Steger seidenhefter von Nornberg alhy begraben dem got genedig sey.

66) Zu Trier ist in einem Grundstücke zwischen dem Neu- und Brückenthore, wo die Gebrüder Schloß ein Magazingebäude aufführen lassen, ein römisches Bauwerk aufgefunden worden, das unter Anderm noch unbeschädigten Wandverputz mit gemalten Figuren zeigt. Domkanonikus v. Wilmovsky hat von diesem Funde genauen Vormerk genommen und einzelne Theile der Wandbekleidung in Verwahrung gebracht.

(Ill. Ztg. Nr. 1300.)

67) Bei den Ausgrabungen in einem Thurm des Römercastells Osterburken hat der Mannheimer Alterthumsverein unter andern Anticaglien, Waffenüberresten, chirurgischen Instrumenten, Schlüsseln, einer Münze von Commodus u. s. f. einen merkwürdigen Inschriftstein gefunden. Er gehört der dritten aquitanischen Cohorte, die von Philippus Arabs oder ihm zu Ehren den Namen Philippina trug, und ist ihrem Genius gewidmet. Die Inschrift der offenbar in der Mauer angebrachten Arula lautet: GENIO OPT · COH · III · AQVIT · PHILIPPI ANAE· Es ist dies unter Anderm auch ein neues Indicium, daß das Castell bald nach Philipp, bis zu welchem bis jetzt die Münzfunde reichen, zerstört worden sei.

(Ill. Ztg. Nr. 1302.)

68) Wie bereits im Anzeiger erwähnt, hat die Nachlassenschaft der nunmehr auch in Nürnberg aufgelösten Handwerkszünfte und Innungen ein verschiedenartiges Schicksal gehabt. Die meisten dieser Verbände haben doch die größten Theils durch ihr Alter oder durch Kunst werthvollen Andenken ihres einstigen Bestandes auf entsprechende Weise, entweder im städtischen oder im germanischen Museum, der Nachwelt zu erhalten vorgezogen; andere haben sie durch Verkauf für den Augenblick nutzbar gemacht, so die Goldschmiede, welche zugleich mit die interessantesten Gegenstände besaßen und diese am 18. Mai zur Versteigerung gebracht haben. Eine Legende des h. Eligius, Pergamenthandschrift von 1283 mit Initialen, kam auf 305 fl., ein Brief Martin Luthers an die Innung auf 151 fl. Der schöne, dem Wenzel Jamnitzer zugeschriebene Silberpokal gieng zu 750 fl. an den Antiquar Pickert in Nürnberg über.

Mittheilungen.