In seltenen Fällen wird es gelingen, den gemeinsamen Ursprung verschiedennamiger Geschlechter einer heraldischen Gruppe so vollständig urkundlich nachzuweisen, wie dies für die verschiedennamigen Nachkommen der Grafen von Sponheim geschehen ist, obgleich dieselben ihre Wohnsitze weiter von einander hatten, als dies bei den genannten westfälischen Geschlechtern der Fall war.
In einigen Gegenden findet man bei dem Lehns-Adel das Wappenbild des Lehnsherrn wiederholt. So ist z. B. im Herzogthum Jülich und in Geldern das häufige Vorkommen des Löwen in den Wappen auffallend, während man im Bergischen nicht selten gezinnte Balken findet. Viele Vasallen der Grafen von Katzenellenbogen zu Hohenstein führen, wie letztere, ein rothes Schildchen in silbernem Felde, aber begleitet von verschiedenartigen Beizeichen in einer Oberecke des Hauptschildes.
Aehnliche Verhältnisse sind mehrfach bekannt.
Die Entstehung solcher heraldisch-geographischen Gruppen mit gemeinsamen Wappenbildern scheint nach diesen Andeutungen nicht immer auf demselben Grunde zu beruhen.
Während manche Gruppen aus ein und demselben Stamme hervorgegangen sind, dessen Zweige nach Gütern, oder durch andere Umstände veranlaßt, verschiedenartige Namen erhalten, aber stets das gemeinsame Wappenbild beibehalten haben, kann bei anderen Gruppen ein gemeinsamer Ursprung nicht angenommen werden, da bei ihnen das gemeinsame Wappenbild von demjenigen des Landesherrn entnommen ist.
Die Betrachtung der heraldisch-geographischen Gruppen ist gewiß für genealogische Forschungen von großer Wichtigkeit, und es wäre zu wünschen, daß derselben eine möglichst große Aufmerksamkeit geschenkt würde.
Unkel.
A. Freih. v. Hoiningen-Huene.
(Mit einer Beilage.)
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