Es ist noch übrig, die Bedeutung des Adlerschildes im Centrum der fraglichen Wappenschilde zu erklären. Ich erkläre mir diese, auf den Cardinal Albrecht, den Brandenburger, speciell bezügliche Zuthat in folgender Weise:

„Jesus offenbarete in seinen Wundern seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn.“ Der brandenburgische Adler war das Siegel, wodurch sich auch Cardinal Albrecht als Christi Jünger bekennt, also das heraldisch dargestellte Bekenntniss, dass auch er an Christus glaube, wie die Jünger thaten, nachdem sie die zwölf Körbe aufgehoben und die sechs Krüge Wasser in Wein verwandelt gesehen. „Ich und mein Haus wollen dem Herrn dienen“ ist ja noch heute die Devise des brandenburgischen Herrscherhauses.

Es könnte gegen diese meine Erklärung des problematischen Wappenschildes vielleicht eingewendet werden, daß sich der gleiche schon an dem 1525, also fünf Jahre früher, als das Madonnenbild, gefertigten Denkmal des Cardinals Albrecht vorfinde, an welchem sich nicht, wie bei jenem durch die Darstellung der auf das Leiden und Sterben bezüglichen Embleme, Veranlassung geboten habe, auch auf das wunderthätige Leben bezügliche Embleme anzubringen. Ich entgegne darauf:

1) daß der in der Mitte des untern Rahmschenkels am Albrechtsmonument angebrachte Wappenschild, der sich nur durch das die Viertheilung bildende wirkliche Kreuz von den ähnlichen Schilden am Madonnenbilde unterscheidet, gleichsam in nuce dieselbe Bedeutung heraldisch darstellt, die an jenem in ausführlicherer Darstellung zur Anschauung gebracht ist. Körbe und Krüge deuten auf das wunderthätige Leben, das Kreuz auf Leiden und Sterben Christi, der Adler auf das Glaubensbekenntniß des Stifters.

2) Ich entgegne ferner, daß, wenn der Gedanke dieser allegorischen Darstellung wirklich erst bei Fertigung des Madonnenbildes erwacht sein sollte, es auch nicht außer dem Bereich der Möglichkeit liegt, daß das fragliche Wappen am Fuße des Albrechtsmonumentes nachträglich eingesetzt und gegen das dort vorhanden gewesene ausgewechselt worden sei, zumal der mittlere Theil des untern Rahmschenkels mit dem fraglichen Wappen, wie die vorhandenen Nähte zeigen, augenscheinlich besonders eingesetzt ist und überdies in der Reihe der Geschlechtswappen mehrere fehlen, wie das Wappen des Fürstenthums Rügen, das Wappen von Cassuben, die man beide an dem Denkmal von Albrecht’s Vater im Dom zu Berlin angebracht findet.

Dies ist die muthmaßliche Erklärung, die ich von dem problematischen Wappenschilde geben möchte, womit ich jedoch Sachkundigeren in keiner Weise vorgreifen will, die vielmehr ihrem Zweck entsprechen würde, wenn sich eine weitere Discussion daran knüpfen sollte.

Meiningen.

Döbner.

Inventar der Kirche zu Wörthsee (Kärnten) vom Beginn des 11. Jahrh
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Noticia æcclesiasticarum qua in æcclesia sancti Primi et Feliciani continentur, quas Abraham uenerabilis episcopus illuc perpetrauit. Cappe ii, planete vi, humeralia v, stole vi cum fanoribus (!) vi, dalmatica i, subtile i, coccinea uelamina altarium vi, calices argentei ii cum patenis, plenarium i, bibliotheca, in duo uolumina diuisa, item genesis regum, parabole Salamonis, actus apostolorum, apocalipsis dialogorum ii, missales libri iii, epistolare i, lectionari(um) i, antiphonari(um) i, psalterium i, expositio super genesim, liber Vvolfhardi, vita Samsonis, turibulum argenteum i, officiale i.